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Edemissen Blumenhagen ist das Dorf der idyllischen Landschaft und Pferde
Kreis Peine Edemissen Blumenhagen ist das Dorf der idyllischen Landschaft und Pferde
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21:00 11.09.2019
Blumenhagen ist das Dorf der Pferde und Reiter. Die Ortsbürgermeisterin Imke Jeske-Werner (links) und Stellvertreterin Sabine Christl-Süper stellen „ihr“ Dorf vor. Quelle: Michaela Gebauer
Blumenhagen

Abseits der Durchgangsstraßen und umringt von idyllischer Landschaft liegt der kleine Ort Blumenhagen. Das ländlich geprägte Dorf mit 485 Einwohnern trumpft auf mit Ruhe und Beschaulichkeit. Langeweile tritt hier weniger auf – das Vereinsleben ist riesig, und auch sonst wird gern gefeiert. Ortsbürgermeisterin Imke Jeske-Werner und ihre Stellvertreterin Sabine Christl-Süper haben die PAZ auf einen Dorfspaziergang begleitet.

Blumenhagen ist zwar klein, hat aber viele interessante und schöne Plätze zu bieten.

Die Blumenhagener legen großen Wert auf ein freundliches Miteinander. Wo auch immer man seinen Nachbarn sieht – es wird gegrüßt, geschnackt und gelacht. „Das ist bei uns ganz normal“, sagt Christl-Süper. Das enge und familiäre Zusammenleben werde von allen geschätzt, sodass nur wenige Blumenhagener wegziehen würden. „Selbst der Nachwuchs, der das Dorf für eine Ausbildung oder ein Studium verlässt, kommt gerne wieder zurück“, so die stellvertretende Ortsbürgermeisterin.

Wohnungsknappheit in Blumenhagen

Apropos Wohnungssuche: In Blumenhagen ist es nahezu unmöglich, geeigneten Wohnraum zu finden. Das Dorf sei zwar von innen heraus am Wachsen, der Wohnraum werde aber immer knapper. Inzwischen seien alle Leerstände verkauft und alle Baulücken geschlossen. Die einzig denkbare Lösung sei ein weiteres Neubaugebiet. „Für Blumenhagen ist aber keines vorgesehen“, sagt Jeske-Werner und erklärt: „Laut der Gemeinde Edemissen können aktuell nur in größeren Ortschaften Neubaugebiete erschlossen werden.“

Friedliches Dorfleben wird groß geschrieben

Aber auch in Blumenhagen gibt es manchmal Streitereien. Als besonders störend werden jene Nachbarn empfunden, die ihre Gärten nicht pflegen, Brombeerbüsche wuchern lassen und morsche Bäume nicht zurückschneiden würden. „Manche Bürger warten erst auch auf den Brief der Gemeinde, bevor überhaupt etwas passiert“, ärgert sich Jeske-Werner.

Am Brink finden alle Feste statt

Ein wichtiger Anlaufpunkt für das Blumenhagener Dorfleben sei der Brink. „Hier werden zahlreiche Feste gefeiert“, sagt Christl-Süper. Vom Maibaumfest über das Feuerwehrfest bis hin zum Volksfest und dem lebendigen Adventskalender sei allerlei dabei. Wenn aber Mal am Brink nichts los ist, können die Blumenhagener am Dorfgemeinschaftshaus vorbeischauen. „Die Schießvereine veranstalten regelmäßig das Schweine- und Vereinsschießen“, sagt die stellvertretende Ortsbürgermeisterin. „Das Dorfgemeinschaftshaus wird aber auch vom Gesangsverein oder vom Ortsrat genutzt.“

Aussichtspunkt lädt zum Verweilen ein

Die größte Besonderheit an Blumenhagen ist aber die Lage des Ortes. „Innerhalb weniger Minuten erreicht man als Fußgänger den Ortsrand und kann die Natur genießen“, so Christl-Süper. Dabei denkt sie insbesondere an den Aussichtspunkt an der Schulstraße. An der Gabelung zu einem Feldweg, steht eine Parkbank. Wenn man auf ihr entspannt, kann man am Abend die untergehende Sonne genießen und sich aufwärmen. „Hier weht zwar immer etwas Wind – die Sicht ist aber unbeschreiblich schön“, schwärmt sie.

Überall gibt es Pferde und Reiter

Wer auf dieser Bank etwas länger sitzen bleibt, kann mit etwas Glück auf Reiter treffen. „Wir haben hier in Blumenhagen unglaublich viele Pferde und Reiter“, sagt Jeske-Werner. Vor einigen Jahren lebte dort der in Reitkreisen bekannte Springreiter Günter Rodenberg. „Er hat mit seiner Stute Hanna im In- und Ausland diverse Siege eingeheimst. Unter anderem den deutschen Preis im Jahre 1954“, sagt Jeske-Werner. Seine Erfolge sorgten dafür, dass Blumenhagen bis heute für Pferdezucht und Reiter bekannt ist. Im Jahr 1981 wurde sogar der Reit- und Fahrverein gegründet.

Ein Mal im Jahr wird Bier gebraut

Apropos Vereine: Das Vereinsleben wird in Blumenhagen groß geschrieben. Neben dem Reit- und Fahrverein gibt es auch einen Sportverein, die Landfrauen, die Volksfestgemeinschaft, den Gesangsverein, die Feuerwehr und den SoVD. „Ganz besonders sind aber unsere Bierbrauer“, betont Christl-Süper. Ein Mal im Jahr wird das Hopfengetränk gebraut und anschließend feierlich verköstigt.

75 Jahre fehlte der Altar in der Kapelle

Eine historische Besonderheit der Blumenhagener Dorfgeschichte befindet sich innerhalb der Kapelle. „Wir haben einen Altar, der mehrere Jahre verschollen war“, sagt Jeske Werner. Grund dafür sei der Einmarsch von Napoleon und seinen Truppen im Jahr 1807 gewesen. In dieser Zeit wurde der Altar aus Angst vor Plünderung versteckt und erst 75 Jahre später wiedergefunden. „Seitdem steht der Altar wieder in der Kapelle“, erklärt die Ortsbürgermeisterin abschließend.

Von Michaela Gebauer

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