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Edemissen Bau des Biomasse-Kraftwerks beginnt
Kreis Peine Edemissen Bau des Biomasse-Kraftwerks beginnt
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06:00 20.03.2019
Der Verkehr in Oelerse wird weiter zunehmen. Quelle: Archiv (cb)
Dollbergen

Im Industriegebiet neben der Altölraffinerie direkt an der L 387 zwischen Dollbergen und Uetze entsteht ein Biomasse-Kraftwerk. Das wird auch auf Nachbarorte wie Oelerse und Sievershausen Auswirkungen haben: Es ist davon auszugehen, dass der Schwerlastverkehr deutlich zunimmt.

Bauvorbereitungen laufen

Die Baumaschinen sind bereits angerückt, um den Baugrund für die Anlage vorzubereiten. Das Kraftwerk arbeitet auf der Basis der Kraft-Wärme-Kopplung und produziert aus nachwachsenden Rohstoffen Strom und Wärme. Investor ist die August Koehler Papierfabrik aus Oberkirch im Schwarzwald. Je nach Bedarf beziehungsweise nach Abnahme wird das Kraftwerk Wärme oder Strom erzeugen.

Der Investor aus dem Schwarzwald

Die August Koehler Papierfabrik hat ihren Sitz in Oberkirch im Schwarzwald. „Papier und Energie – das ist seit jeher eine enge Verbindung“, sagt Bereichsleiter Günter Völting. „Jede Papierfabrik hatte ihr eigenes Kraftwerk.“

Die Koehler-Unternehmensgruppe geht inzwischen einen Schritt weiter. „Wir wollen nachhaltige Energie auch für andere Unternehmen produzieren“, erläutert Völting. Sechs Biomasse-Kraftwerke gehören der Firma schon. In Elsfleth ist vor drei Jahren eine ähnliche Anlage wie die für Dollbergen geplante entstanden. Zwei Kraftwerke stehen in Kehl, jeweils eine Anlage in Ismoor bei Emden, in Brunsbüttel und in Goch am Niederrhein. „Mit diesem Geschäftsfeld wollen wir uns ein zweites Standbein aufbauen“, sagt Völting.

Das deutsche Unternehmen, das seit 1807 besteht, beschäftigt rund 1800 Mitarbeiter an mehreren Standorten, die einen Umsatz von mehr als 800 Millionen Euro erwirtschaften. Ein Produkt der Firma kennt jeder: Kassenbelege – sie sind aus Thermopapier. In diesem Segment ist Koehler Weltmarktführer. dt

Der produzierte Strom wird nach den Regeln des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) ins Netz eingespeist, ähnlich wie bei Biogasanlagen. „Je mehr Wärme, desto weniger Strom wird erzeugt und umgekehrt“, erklärt Günter Völting, hiesiger Bereichsleiter des Unternehmens.

An erster Stelle werde Wärme für die benachbarte Raffinerie der Avista Oil zur Verfügung gestellt. Momentan laufen laut Völting die Vertragsverhandlung mit Avista Oil. „Die Anlage ist jedoch so konzipiert, dass wir zusätzlich Wärme für andere Projekte liefern können“, sagt Völting im Gespräch mit dieser Zeitung.

Anlage soll in einem Jahr in Betrieb gehen

Laut Völting soll die Anlage im März/April 2020 in Betrieb gehen. Zwölf technische Mitarbeiter sollen angestellt werden. „Das wird eine Herausforderung, denn der Fachkräftemangel macht sich überall bemerkbar“, sagt der Bereichsleiter.

Als Brennstoff werde sogenanntes Landschaftspflege- und Biokompostierungsmaterial verwendet. 120 000 Tonnen im Jahr sollen in der Anlage verbrannt werden. „Die Filteranlage wird die Auflagen aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz gesichert einhalten“, versichert Völting.

Lastwagen würden das zerkleinerte Brennmaterial aus einem Umkreis von 150 Kilometern anliefern. Bei 120 000 Tonnen sind das im Jahr 3000 Transporte hin und 3000 Fahrten zurück – vorausgesetzt, die Lastwagen können 40 Tonnen laden. Solche Schwertransporter können die Anlage an Dollbergens Umgehungsstraße nur erreichen, indem sie durch die Nachbarorte, unter anderem Sievershausen und Oelerse, fahren.

Die Firma wird laut Völting in Kürze zu einer Info-Veranstaltung in Dollbergen einladen, bei der sie in Absprache mit der Gemeinde das Projekt den Bürgern im Detail vorstellen will. Das bestätigt Rathaussprecher Andreas Fitz.

Bürgermeister Bertram: „Wir können kaum Einfluss nehmen!“

Der Verkehr durch die Ortschaft Oelerse ist schon jetzt erheblich. Mit dem Bau des Biomassekraftwerks wird er noch deutlich zunehmen. Sieht die Gemeinde Edemissen bei dieser Entwicklung tatenlos zu? Die PAZ sprach darüber mit Bürgermeister Frank Bertram.

„Wir sind uns natürlich der Verkehrslage in Oelerse bewusst und haben Verständnis für den Unmut, der dort deswegen herrscht“, betont Bertram. Doch er macht deutlich, dass die Möglichkeiten der Gemeinde, auf die aktuelle Entwicklung Einfluss zu nehmen, gering sei.

Zwei Stellungnahmen abgegeben

Man habe schon 2013, als die Planungen begonnen haben, zum ersten Mal auf die zu erwartende deutliche Mehrbelastung für die Oelerser hingewiesen. Insgesamt habe die Gemeinde Edemissen in zwei unterschiedlichen Planungsphasen zwei diesbezügliche Stellungnahmen abgegeben.

„Wir haben darum gebeten, dass geprüft wird, wie hoch das zusätzliche Verkehrsaufkommen sein wird. Die Gemeinde Uetze hat bei der Planung unsere Stellungnahmen abgewogen, aber letztlich nicht berücksichtigt. Mehr können wir als Gemeinde leider nicht tun“, bedauert Bertram.

Man sei offenbar zu dem Schluss gekommen, dass der Standort der neuen Anlage sei im F-Plan als Industriegebiet ausgewiesen sei und man bei einer weiteren Entwicklung mit dem entsprechenden Verkehr rechnen müsse. Auch bei der Genehmigungsbehörde habe man augenscheinlich keine Bedenken gehabt, dass die Straßen den zusätzlichen Verkehr nicht mehr aufnehmen können.

Von Anette Wulf-Dettmer

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