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Edemissen 1300 Kilometer auf vier Pfoten: Entlaufene Hündin Lotta hält Helfer auf Trab
Kreis Peine Edemissen 1300 Kilometer auf vier Pfoten: Entlaufene Hündin Lotta hält Helfer auf Trab
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10:35 19.12.2019
Der entlaufene Hund Lotta ist wieder da. Er lief in eine Lebendfalle. Quelle: Privat
Abbensen

Einen glücklichen Ausgang hat die monatelange Odyssee von Hündin Lotta genommen, die auch über soziale Netzwerken gesucht worden war: Am Samstag konnte das Tier in Abbensen mit einer Lebendfalle eingefangen werden. Möglich wurde das nur durch das tagelange Engagement ehrenamtlicher Tierfreunde vor Ort.

In 6 Monaten 1300 Kilometer gelaufen

Fast sechs Monate lang war Lotta – ein achtjähriger Hütehund-Mischling – in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterwegs. Dabei legte sie rund 1300 Kilometer zurück. Entlaufen war sie am 16. Juni in Bielefeld, wo sie bei Daniela Teschner in Pflege war. Das Tier hatte sechs Jahre in einem Tierheim in Rumänien gelebt, aus dem sie gerettet wurde. Sie gilt als „Angsthund“ und flüchtet sofort, wenn sie sich bedrängt fühlt.

Hilfe-Aufruf auf Facebook

Dank eines Hilfe-Aufrufs auf Facebook konnte Lottas Weg recht genau verfolgt werden. Als deutlich wurde, dass sie in unserer Region unterwegs ist, wurde der eingetragene Verein „Hund-tut-gut“ mit Sitz in Sehnde (Kreis Hannover) hinzugezogen. Die Tierfreunde verfügen über die Ausrüstung und das Wissen, entlaufene Hunde einzufangen.

Innerhalb des Vereins dafür zuständig ist Margit Reiss aus Lühnde bei Algermissen (Hildesheim), die im Besitz von Lebendfallen, Wildkameras und anderen geeigneten Hilfsmitteln ist. Über einen längeren Zeitraum hat sie mithilfe von weiteren Helfern, Spuren aus deftiger Rinderbrühe und diversen Leckereien vergeblich versucht, den Hund in eine Falle zu locken.

Seit zehn Tagen bei Abbensen unterwegs

„Seit etwa zehn Tagen war Lotta im Umfeld von Abbensen unterwegs. Ich habe mir vor Ort Unterstützer gesucht und mit Olaf Lahmann, Jessica Rischbieter, Britta Langkau-Schulz sowie Thomas und Katrin Hafner auch gefunden“, sagt Reiss. Diese hätten sich enorm engagiert und für den für sie ja wildfremden Hund Tag und Nacht viel Zeit investiert. Und dieses Engagement hat sich letztlich gelohnt: Dank des unwiderstehlichen Duftes einer von Katrin Hafner besorgten Schweinshaxe lief Lotta in die Falle. Kurz zuvor war der Hund von Grundschülern gesehen worden, deren Lehrerin die Pflegerin über die Beobachtung informierte.

So lange wie Lotta ist selten ein Hund unterwegs

„Es kommt recht häufig vor, dass Hunde gesichert werden müssen“, sagt Reiss, die ehrenamtlich viel Zeit und auch Geld für diese Aufgabe aufbringt. Zu 80 Prozent seien es Auslandshunde, die noch nicht lange bei ihren neuen Haltern leben. Mitunter reiche ein an sich harmloser Vorfall wie eine zuklappende Autotür, um sie so in Panik zu versetzen, dass sie weglaufen – von größeren Geräusch-Ereignissen wie der Knallerei zu Silvester ganz zu schweigen. „Meist gelingt es relativ schnell, sie wieder einzufangen. So lange wie Lotta ist selten ein Hund unterwegs“, macht die Tierfreundin deutlich.

Zu überleben sei für die Tiere recht problemlos möglich. „Wasser gibt es genug. Gern halten die Hunde sich in der Nähe von Pferdeställen auf. Sie fressen Pferdeäpfel und suchen sich Schlafplätze im Stroh“, erklärt Reiss. Aber auch Aas oder Futter, das für Katzen oder Igel bereit gestellt ist, wird nicht verschmäht – und Hunde sind in der Lage, zu jagen.

Der Verein „Hund-tut-gut“

Der eingetragene Verein „Hund-tut-gut“ versteht sich als Tierschutzverein, der sich die Rettung von in Not geratenen Hunden zur Aufgabe gemacht hat. Im Fokus stehen Hunde aus spanischen Tötungsstationen, die gerettet und in ein neues Zuhause vermittelt werden. Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Sicherung von entlaufenen Tieren wie der Hündin Lotta, die ein halbes Jahr auf sich gestellt in Deutschland unterwegs war. Der Verein informiert unter www.hund-tut-gut.de über seine Arbeit und freut sich jederzeit über Spenden (IBAN: DE92259501300034550144).

Von Kerstin Wosnitza

Glückliches Ende einer tierischen Odyssee: Sechs Monate lang ist die entlaufene Hütehund-Mischlingshündin Lotta in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterwegs gewesen. Nun konnte sie endlich in Abbensen wieder eingefangen werden. Die Klasse 2a der Grundschule hatte maßgeblichen Anteil daran.

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