Auch die detailreichen Kostüme begeisterten das Publikum.
Oberg. Noch ist es hell im Park des Rittergutes in Oberg. Mehr als 1000 Menschen sind gekommen, um das Spektakel rund um Intrigen, Machthunger und Liebe in biblischen Zeiten zu erleben.
Sie werden nicht enttäuscht. Zwar ist das Klangerlebnis im Freien ein ganz anderes, als man es in einem Opernhaus erwarten kann, aber die eher schlichte Inszenierung der Festspieloper Prag unter der Regie von Oldrich Kríž ist gut an die besondere Atmosphäre im Freien angepasst: Mit fortschreitender Dämmerung kommt das Geschehen auf der Bühne durch geschickte Beleuchtung immer besser zur Geltung.
Stimmlich überzeugen vor allem Intrigantin Abigaille (Carola Reichenbach), Nabucco (Martin Bárta) und der Hohepriester (Jaroslav Patocka). Schade nur, dass ausgerechnet das Mikrofon des Hohepriesters nicht ganz einwandfrei funktioniert.
Begleitet werden die Sänger vom hervorragenden Orchester der Festspieloper Prag unter der Leitung von Martin Doubravský der mit jungenhaftem Charme Sänger wir Musiker gleichermaßen im Griff hat.
Höhepunkt des Abends ist erwartungsgemäß das berühmte Lied des Gefangenenchores, das gleich zweimal zu hören ist: Einmal im dritten Teil, wo es dramaturgisch seinen Platz hat und mit feierlicher Ruhe vom Publikum aufgenommen wird. Zum zweiten Mal kommt es als Zugabe, und diesmal gibt es für viele Zuschauer kein Halten mehr: Es wird mitgesummt und sich im Takt gewiegt.
Zum Schlussapplaus hält es die Menschen nicht auf den Stühlen. Begeistert und ergriffen erheben sie sich und belohnen die Akteure mit frenetischem Beifall.
wos
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