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Preisgekrönte Tragikomödie „Vater“ in den Peiner Festsälen

Spurensuche nach sich selbst Preisgekrönte Tragikomödie „Vater“ in den Peiner Festsälen

Die Tragikomödie „Vater“ von Florian Zeller wird am Donnerstag, 16. März, um 20 Uhr im Stadttheater Peiner Festsäle aufgeführt. Es erzählt vom 80-jährigen André, der nicht wahrhaben will, dass das Alter fortschreitend seinen Tribut zollt. Trotz des ernsten Szenarios kommt bei dem einfühlsam erzählten Stück auch der Humor nicht zu kurz.  

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Das Bühnenstück wurde mit dem Prix Molière 2014 ausgezeichnet.

Quelle: Sabine Haymann

Peine. Zum Inhalt: André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig zerstreitet. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt. Denn die Welt, in der seine Lebensgeschichte entstanden ist, beginnt zu verlöschen …

Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des 80-Jährigen. Der Zuschauer wird emotional an die Hauptperson gebunden, erlebt mit ihr dieselben Momente des Glücks, teilt mit ihr die Momente des Ausgeliefertseins, erfährt mit ihr die unbegreifbare Veränderung von Personen und Dingen und kann wie sie immer weniger unterscheiden: Was ist Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee. Das klingt nach einem traurigen Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert das Lachen. Die komödiantische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson.

Da Autor Zeller nicht die Krankheit in den Mittelpunkt stellt, sondern Andrés Versuch, dem ihn beunruhigenden Prozess der Verwirrung zu entkommen, verstummt das Gelächter über Andrés Eigensinn und Wutausbrüche sofort, wenn man begreift: Dieser Mensch kämpft um seine Selbstachtung. Er ist nur deshalb diese unberechenbare, aggressive Nervensäge, weil er versucht, seine Angst vor der fortschreitenden Hilflosigkeit zu verbergen.

Die Inszenierung ist eine Produktion des Alten Schaupielhaus Stuttgart und des Euro-Studio Landgraf und gehört zur Kulturring-Reihe „Theater-Mix“. Das Bühnenstück wurde mit dem Prix Molière 2014 ausgezeichnet.

Tickets für den Theaterabend erhalten Interessierte je nach Platz-Kategorie für 20 bis 27 Euro im Servicebüro des Kulturrings im Forum Peine, Winkel 30, 31224 Peine. Unter der Rufnummer 05171/15666 oder per Email an ticket@kulturring-peine.de können die Tickets auch vorbestellt werden. Ebenso gibt es die Möglichkeit, mit dem „print@home“-Verfahren, die Tickets bequem zuhause auszudrucken. Weitere Infos finden Sie unter www.kulturring-peine.de.

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