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„Mit Pfeil und Bogen zum Freischießen?“

Die Korporationen „Mit Pfeil und Bogen zum Freischießen?“

In einer Serie wirft die PAZ einen Blick auf die Geschichte der sieben Korporationen. Heute geht es um das Neue Bürger-Corps.

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Peine. „Der Kreis-Residenz-Offizier in Peine, Oberst Hibberd, möchte, dass das Schützenfest in Peine wieder abgehalten wird. Die Benutzung von Gewehren kann er aber nicht zulassen. Er regt deshalb an, Pfeil und Bogen oder Armbrust zu verwenden.“ Die Worte stammten von Stadtdirektor Dietrich Wilde. Er sagte sie am 12. Januar 1949 zum Neuen Bürger-Corps.

In den ersten Nachkriegsjahren gab es nur lose Zusammenkünfte von ehemaligen Mitgliedern des Neuen Bürger-Corps. Eine offizielle Genehmigung für Vereine hatte die britische Besatzungsmacht bis 1948 nicht erteilt. Laut Protokollbuch trafen sich die Korporierten am 28. Januar 1949 zur ersten Kollegiumssitzung in der Goetheschänke. Das Corps fing dort an, wo es 1939 aufgehört hatte – und machte sich unter Leitung von Fritz Wehmeier an die Arbeit. Laut alter Aufzeichnungen des Hauptmanns hatten die Neuen Bürger bei Kriegsanfang 71 Mitglieder, davon waren 28 Mitglieder gestorben oder gefallen und 26 ausgetreten. Es blieben 17 Mitglieder und 10 Rekruten.

Am 19. Februar 1949 gab es einen Kappenball, im März die erste Kollegiumswahl, bei der Wehmeier wieder zum Hauptmann gewählt wurde. Als Festlokal sollte beim Freischießen die Goetheschänke dienen, ein Zelt wäre auf Dauer zu teuer geworden.

Die Nagelschützen des Freischießens 1939 – Hermann Fricke, August Axthelm und Fritz Wehmeier – sollten endlich ihre Auszeichnungen erhalten. Da sich Hauptmann Wehmeier für das Freischießen 1949 beurlauben ließ, wurde Adjutant Hermann Hennecke als Vertreter eingesetzt. Um keinen zu benachteiligen erlaubte man den Kameraden, die keine Uniform mehr hatten, beim ersten Freischießen nach dem Krieg in Zivil auszumarschieren. Freischießen 1949 wurde für das Corps ein voller Erfolg. Bei Einnahmen von 1402,50 D-Mark und Ausgaben von 1292,15 D-Mark gab es sogar einen Überschuss von 110,35 D-Mark. Gleich nach Freischießen wurden zwölf neue Mitglieder aufgenommen, darunter spätere Prominenz wie Hans Meyer (künftiger Feldwebel und Bürgerschaffer) sowie Otto Vollbaum (künftiger Feldwebel, Adjutant, Hauptmann und Bürgerkönig). Die Hauptleute der Schützengilde (Walter Helbsing) und des Bürger-Jäger-Corps (Hermann Weitling) traten spontan dem Corps bei. Vier weitere Mitglieder kamen am 21. September 1949 hinzu.

Thorsten Pifan

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