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Freischießen Lang ersehnt: André Behrens ist ein König aus dem Spielmannszug
Thema Specials Freischießen Lang ersehnt: André Behrens ist ein König aus dem Spielmannszug
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08:00 21.07.2018
„Endlich wieder ein König aus dem Spielmannszug“: Nach 18 langen Jahren hat André Behrens die Durststrecke beendet. Seine Kameraden des TSV Bildung trugen ihn bei der Proklamation vor Freude auf den Schultern. Quelle: Michael Lieb
Peine

Große Freude und Emotionen pur: Für fünf Männer war das Freischießen 2018 ein ganz besonderes. Sie gaben jeweils den Königsschuss ab und sind nun die neuen Majestäten ihrer Korporationen. Die PAZ stellt die diesjährigen Freischießen-Könige in einer Serie vor. Den Anfang macht der Bildungs-König André Behrens aus Peine, der am heutigen Samstag seinen Geburtstag feiert.

Als Freischießen-Neuling wurde der neue König des TSV Bildung Peine bei seiner Proklamation durch den Bürgermeister Klaus Saemann bezeichnet. Doch damit lag er falsch: „Schon als kleiner Steppke habe ich Freischießen miterlebt“, sagt Behrens. „Damals noch mit dem Spielmannszug Vechelde.“ Später schloss sich der gebürtige Peiner dem Spielmannszug in Ölsburg an. Ab dem Jahr 2000 hat Behrens dann pausiert, bis seine Töchter Cécile und Alischa 2014 dem Spielmannszug des TSV Bildung beigetreten sind.

Schon als Sechsjähriger war André Behrens beim Freischießen dabei - damals als Mitglied des Spielmannzugs Vechelde. Quelle: privat

„Viele kamen auf mich zu, ob ich nicht auch wieder einsteigen will“, schildert der heute 37-Jährige. Und das tat er auch – seit 2017 schlägt Behrens nun das Becken und die große Trommel im Bildungs-Zug. Auf die Königsscheibe hat er dann in diesem Jahr zum ersten Mal geschossen. „Ich hatte zuvor ein paar Schüsse im Verein abgegeben – und in der Jugend mit dem Luftgewehr“, erzählt Behrens. Mit dem Kleinkaliber hatte der Peiner bis dahin aber keine Erfahrung. „Ich wusste, dass ich vorher zwei Alster trinken muss“, lacht Behrens. „Ich bin noch heute erstaunt, wie ruhig ich beim Schießen war.“

Kurz vor der Proklamation auf dem Marktplatz war von dieser Ruhe bei Behrens aber nichts mehr zu spüren. „Ich wusste, dass ich einen guten Schuss abgegeben hatte und alle neckten mich schon während des gesamten Freischießen-Wochenendes“, schildert Behrens. Als sich auf dem Marktplatz aber ein Mitstreiter seiner Korporation bereits „zurechtmachte“, schwand bei dem dreifachen Vater jegliche Hoffnung auf die Königswürde. „Ich war dann ziemlich enttäuscht“, gesteht Behrens.

Der Freischießen-König des TSV Bildung Peine, André Behrens, im Jahr 2008 an der großen Trommel im Spielmannszug Ölsburg. Quelle: privat

Erst als der Bürgermeister etwas über die Leidenschaft des neuen Königs zu den Fußballvereinen Bayern München und Juventus Turin sagte, wusste Behrens, dass er der neue Freischießen-König sein würde. „Von da an war ich wie im Tunnel“, schildert Behrens, der der erste König aus dem Spielmannszug seit 18 Jahren ist. „Alles zog wie im Rausch an mir vorbei.“ Und dieser Rausch ging sogar so weit, dass Behrens nach dem Ehrentanz „auf“ dem Zelt seiner langjährigen Freundin einen Heiratsantrag machte.

Übrigens: Die zwölfjährige Tochter Cécile hat in diesem Jahr auch noch die Mädchenscheibe des TSV Bildung erschossen. Sie trat zum ersten Mal an und hatte ebenfalls Erfolg. Der scheint den Behrens’ in den Genen zu liegen: 1975 war Behrens’ Vater Bürgerkönig in Woltorf. Und der Nachwuchs steht schon in den Startlöchern: Auch der jüngster Spross, die fünfjährige Tochter Maila, läuft bereits mit Begeisterung beim Spielmannszug mit. Und wer weiß, vielleicht wird es ja auch irgendwann mal eine Freischießen-Königin geben...

Auch die Tochter des Freischießen-Königs des TSV Bildung Peine, André Behrens, war in diesem Jahr erfolgreich. Cécile schoss auf die Mädchenscheibe. Quelle: privat

Von Janine Kluge

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