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1850 bauten Junggesellen die Heiligen Hallen

Corps der Bürgersöhne 1850 bauten Junggesellen die Heiligen Hallen

Auf geht’s in die fünfte Jahreszeit an der Fuhse: m Mittelpunkt stehen die Tradition und die sieben Korporationen. In einer Serie stellt die PAZ die Korporationen vor. Heute: das Corps der Bürgersöhne.

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Peine. Urkundlich belegt ist die Junggesellen-Kompagnie seit dem 12. Juni 1814, doch bereits seit 1770 hatten laut Abrechnung im Schafferbuch rund 35 junge und neue Bürger mitgeschossen.

Bei den Auszügen trugen sie Frack, weißes oder schwarzes Beinkleid, runden Hut und eine weiße, seidene Binde um den linken Ärmel. Erstmals vergaben die Junggesellen 1834 neben der Königswürde eine bleibende Königsscheibe. 1862 tauchte erstmals die Bezeichnung „Corps der Bürgersöhne“ auf.

1903 wurde die Passive Abteilung aufgestellt. Sie schoss 1929 erstmals einen eigenen König aus.

Zum 100-Jährigen im Jahr 1914 durfte das Corps den sonntäglichen Freischießen-Festumzug anführen. Unmittelbar nach dem ersten Freischießen der Nachkriegszeit (1949) gründeten sieben Junggesellenden Schießclub „Horrido“, der seither den Kleinen König Jahr für Jahr ausschießt.

1850 durften die Junggesellenihr eigenes Haus auf dem Schützenplatz aufstellen. Sie nennen es noch heute ganz erfurchtsvoll ihre „Heiligen Hallen“ und investieren viel Geld sowie Arbeitskraft in ihr „Junggesellenzelt“.

Das Gebäude diente von den Kriegsjahren bis 1950 als Notquartier, beherbergte unter anderem Abteilungen der Peiner Post. 1951 begannen die Instandsetzungsarbeiten, als es fertig war, ritt Hauptmann Hermann Rademann zu Pferde in den Saal ein.

Die Junggesellen setzen auf Tradition, aber sie halten auch mit Verbesserungsvorschlägen nicht hintern Berg. So spendierten sie 1961 beim Sektempfang im Kreishaus kalte Platten, damit die Gäste ihren Hunger stillen konnten. Daraus entstand ein bereits traditionelles Sektfrühstück.

Auch die Abstellung des 1. und 2. Leutnants beim Eintrag der Könige in das Goldene Buch der Stadt Peine „zum Schutze des Goldenen Buches“ ist auf die Junggesellen zurückzuführen, da sie in den 1990er-Jahren nicht nur einmal das Goldene Buch zum Schutze vor Entwendung an einen sicheren Ort brachten. Von dort konnte der Bürgermeister das Buch nur gegen einen „Finderlohn“ auslösen.

Steckbrief

  • Gründungsdatum: 12. Juni 1814
  • Hauptmann: Christoph Goslar
  • Adjutant: Christoph Wiegand
  • Mitglieder: 300
  • Abteilungen: Junggesellen (Aktive Abteilung) und Passive Abteilung (verheiratet oder aufgrund des Alters übergetreten)
  • Höhepunkte der Korporationen im Jahr: CdB-Spaziergang, Haupt- und Generalversammlung, Passive Hauptversammlung, diverse Veranstaltungen wie Minigolfturnier, Kartfahren
  • Ansprechpartner: Dennis Brennecke, Rostocker Str. 28, 31226 Peine, brennecke@cdb-online.de und Matthias Kühnel: Burggartenweg 20, 31228 Peine, kuehnel@cdb-online.de.
  • Internet-Adresse: www.cdb-online.de

Thorsten Pifan

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