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150 Jahre Jahner – sie verstehen es, zu feiern

Die Korporationen 150 Jahre Jahner – sie verstehen es, zu feiern

In einer Serie wirft die PAZ einen Blick auf die Geschichte der sieben Korporationen. Heute geht es um den MTV Vater Jahn Peine, der in diesem Jahr sein Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen feiert.

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Peine. Das Peiner Freischießen ohne die Korporation des MTV Vater Jahn Peine ist in seiner heutigen Form kaum vorstellbar. Doch auch wenn sie seit 150 Jahren mit dem Freischießen verbunden sind, sind sie doch in erster Linie Sportler und ganz besonders ihrem großen Vorbild, dem Turnvater Friedrich Ludwig Jahn, verpflichtet.

Entsprechend richteten die Jahner am 2. April 1928 die Bitte an den Magistrat der Stadt, eine Straße in der Stadt in Anerkennung der Verdienste von Turnvater Jahn nach ihm zu benennen. Wunsch war es noch, dass die Straße in der Nähe des Jahnplatzes liegt. „Bis heute ist das übrigens nicht passiert“, sagt Karl-Heinz Pickrun, der das Archiv der Jahner hütet.

Da auch bei den Sportlern das Herz immer ein wenig für das Freischießen und den Schießsport schlägt, ließen es sich die Handballer nicht nehmen, frühzeitig einen König auszuschießen. 1929 war zum Beispiel Hans Hornbostel Handballkönig. Hornbostel feierte am 30. November 1929 seinen Königsabend mit der ersten Handballmannschaft. Die Festfolge ist im Archiv der Jahner überliefert: Nach der Begrüßung stand zunächst ein gemeinsames Lied an. Dann gab es eine Rede von Schaffer Otto Körner und anschließend ein gemütliches Anstoßen, bevor die Sportler erneut gemeinsam sangen.

Die Rede an die Damen hielt Schaffer Herbert Könecke. Bevor sich die Gesellschaft auflöste, wurde noch aus der Zeitung vorgelesen.

Bereits zuvor in jenem Jahr hatten die Jahner zünftig Freischießen gefeiert. Die Speisenfolge ist auf einer Tischkarte bis heute erhalten: Es gab Ochsenschwanzsuppe, Schweinebraten und Schmorbraten sowie Gemüse und eine Käseplatte.

Dass die Jahner kurz nach ihrer Gründung schon beim Freischießen dabei waren, belegt zum Beispiel eine Einladungskarte aus dem Archiv des Vereins. Ein Fräulein Lindemann wurde damals zum „Schützen-Fest“ 1870 geladen. Wer ihr Tisch-Herr gewesen ist, bleibt verborgen.

Überhaupt haben die Mitglieder des MTV Vater Jahn schon immer etwas vom Feiern verstanden, wie sie erst jüngst bewiesen, als sie an zwei Tagen ihr 150-jähriges Bestehen feierten – einmal mit einem festlichen Kommers und einmal mit einer zünftigen Party.

Schon 1912 aber gab es einen tollen Anlass: Das 50. Stiftungsfest des „Männer-Turn-Vereins „Vater Jahn“. Die Festkarte belegt, dass die Feier am 10. März 1912 stattfand. Um 11 Uhr waren die Gäste an jenem Sonntag zum Festakt in den Kaisersaal geladen.

Thorsten Pifan

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