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Familiendrama: Vater (36) tötet seine vier Kinder

Groß Ilsede Familiendrama: Vater (36) tötet seine vier Kinder

Groß Ilsede. Erschütterndes Ende eines Trennungs-Streits: Ein Vater aus Groß Ilsede soll in der Nacht zu Freitag seine vier kleinen Kinder im Schlaf getötet haben.

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Ein Polizist sperrt in Groß Ilsede den Fußweg zum Reihenhaus, in dem der Mord geschehen ist.

Quelle: dpa

Der 36-jährige Andreas S. aus Groß Ilsede stehe unter dringendem Verdacht, das zwölfjährige Mädchen und die Jungen im Alter von fünf, sieben und neun Jahren ermordet zu haben, teilte gestern der zuständige Hildesheiner Oberstaatsanwalt Bernd Seemann der PAZ mit.

Die Kinder hatten Schnittverletzungen – ebenso wie ihr Vater, der sich das Leben zu nehmen versuchte. Der Mann kam mit schwersten Verletzungen in eine Klinik und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Er hinterließ einen Abschiedsbrief. Die Ermittler sehen Trennungsprobleme als Motiv der Familientragödie. Die Mutter soll zum Tatzeitpunkt Urlaub in Dänemark gemacht haben. Dort erhielt sie eine SMS, in der der Mann die Tat andeutete. Sie leitete die Nachricht an Verwandte weiter, die die Polizei alarmierten.

Polizisten entdeckten dann kurz vor Mitternacht die Leichen der Kinder und den verletzten 36-Jährigen in der Wohnung der Familie in einer Reihenhaussiedlung in Groß Ilsede. Alle wiesen Schnittverletzungen auf, die Tatwaffe soll ein Messer sein. Die toten Kinder sollen obduziert werden, ein Ergebnis liegt aber noch nicht vor.

„Wir gehen davon aus, dass die Kinder im Schlaf getötet worden sind“, sagte Oberstaatsanwalt Seemann. Es habe wohl keine Schreie gegeben, durch die Nachbarn auf das Geschehen hätten aufmerksam werden können. Die Mutter, die sich nach Angaben von Nachbarn in Dänemark befand, machte sich unterdessen auf den Rückweg.

Anwohner reagierten mit Entsetzen auf die Bluttat. „Ich bin total geschockt“, sagte eine Nachbarin. „Ich bin fassungslos.“ Erschüttert zeigte sich auch Groß Ilsedes Bürgermeister Wilfried Brandes. „Ich bin tief erschüttert, mir fällt es schwer, meine Gefühle zu unterdrücken.“ Laut niedersächsischem Kultusministerium wird den Mitschülern der getöteten Kinder psychologische Hilfe angeboten. Gegen den Familienvater soll nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen werden, wenn er wieder aufwacht.

Aus dem Abschiedsbrief und der SMS schließen die Ermittler, dass Beziehungsprobleme das Motiv sein könnten. Der 36-Jährige soll nach Aussagen von Nachbarn schwer depressiv und herzkrank gewesen sein. Von seiner Frau habe er sich im Guten getrennt, die Kinder seien bei ihm wohnen geblieben. Zu den Einzelheiten der Trennung konnte die Staatsanwaltschaft nichts sagen. Die beiden seien nicht geschieden gewesen. Es handele sich um eine vollkommen unauffällige Familie, meinte Seemann.

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