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„Wir haben zu viele Trittbrettfahrer“

Verkaufsoffener Sonntag „Wir haben zu viele Trittbrettfahrer“

Großer Ärger bei der Peiner City-Gemeinschaft: Anstatt sich für den verkaufsoffenen Sonntag am 1. November zusammenzuschließen, stellen viele Geschäfte Einzelanträge bei der Stadt, um an diesem Tag öffnen zu können. Das schadet dem gesamten Standort.

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Das wünschen sich die Händler: Eine prall gefüllte Peiner Innenstadt beim verkaufsoffenen Sonntag mit vielen Kunden.

Quelle: Archiv: cb

Peine. „Viele Peiner Geschäftsleute haben immer noch nicht begriffen, dass die City-Gemeinschaft wichtig ist, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen“, zeigt sich City-Gemeinschafts-Vorsitzender Ole Siegel enttäuscht über das Verhalten einiger Kollegen. Zwar haben sich bereits mehr als 49 Kaufleute der neuen Gemeinschaft angeschlossen, doch viele andere zögern noch.

Siegel sagt der PAZ: „Jetzt organisieren wir den verkaufsoffenen Sonntag am 1. November, um ein Zeichen für den Einkaufs-Standort Peine zu setzen – auch gegenüber der Konkurrenz in Hannover und Braunschweig. Doch anstatt gemeinsam zu handeln, gibt es immer noch zu viele Einzelkämpfer.“ Bislang sind beim städtischen Ordnungsamt 18 Anmeldungen eingegangen, wobei der Preis für die Anmeldung je nach Anzahl der Geschäfte 190,250 oder 350 Euro kostet.

Der Vorsitzende betont: „Wir als City-Gemeinschaft melden natürlich unsere Mitglieder zusammen an und nicht einzeln. Daher erstaunt es uns, dass einige Händler für die Anmeldung zum verkaufsoffenen Sonntag eine hohe Summe bezahlen, aber angeblich nicht genügend Geld für eine Mitgliedschaft bei uns haben.“ Der monatliche Mitgliedsbeitrag für die City-Gemeinschaft liegt für Einzelhändler in der Fußgängerzone je nach Laden-Größe zwischen 24 und 150 Euro und für Außenlagen zwischen 12 und 75 Euro.

„Leider sind es vor allem die alteingesessenen Geschäfte in der Peiner Innenstadt, die nicht bei uns mitmachen“, ergänzt Vorstandsmitglied Ulrich Ginsburg. Ein Drittel der Mitglieder käme aus dem städtischen Außengebiet. Er betont: „Wir verstehen nicht, warum es hier so viele Trittbrettfahrer gibt, die zwar unsere Aktionen mitnutzen, aber sich sonst nicht engagieren.“ Man könne die vier verkaufsoffenen Sonntage in Peine doch vergessen, „wenn wir nicht als City-Gemeinschaft viele Anzeigen schalten und Plakate aushängen würden“. Doch das interessiere viele Mitläufer nicht.

„Das ist schade, aber wir werden nicht aufgeben und weiterkämpfen“, sagt Ole Siegel, der auf weitere Mitstreiter hofft. „Wir selbst verdienen an der Gemeinschaft nichts und stecken trotzdem viel Arbeit hinein, um Peine insgesamt attraktiver für neue Kunden zu machen“, betont der Vorsitzende. Davon würden alle Händler profitieren – das müsse endlich klar werden.

Die Jahreshauptversammlung der City-Gemeinschaft findet am 27. Oktober ab 19.30 Uhr in den Räumen der Peiner Stadtwerke statt. Weitere Infos gibt es unter www.peine-city.de im Internet.

Kommentar

Problem: Einzelkämpfer

Unglaublich – aber wahr. Obwohl sich die Einkaufsstadt Peine in einer schwierigen Situation befindet, gibt es nur wenige Händler, die den Ernst der Lage erkannt haben und der City-Gemeinschaft beitreten. Jedem ist klar, dass die Konkurrenz in Hannover und Braunschweig sehr stark ist und dass einige Peiner Häuser bereits die Segel streichen mussten oder müssen: Beispiele sind Hertie, Diekmann oder Helbsing.

Daher sollte eigentlich die logische Konsequenz aus dieser Lage sein, dass sich die Händler eng zusammenschließen, um gemeinsam für den Standort Peine zu kämpfen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Der geplante verkaufsoffene Sonntag am 1. November macht das Grundproblem mal wieder deutlich. Die City-Gemeinschaft schaltet Anzeigen, produziert Plakate und rührt kräftig die Werbetrommel, um möglichst viele Kunden in die Fuhsestadt zu locken.

Von diesem großen Einsatz profitieren zwar alle Peiner Geschäfte, doch finanziert wird der Spaß nur von 49 Mitgliedern. Woran liegt es, dass vor allem alteingesessene Unternehmen nicht mitmachen und die City-Gemeinschaft kritisch beäugen? Ist es fehlende Solidarität? Ist es die Angst, dass wieder Schulden wie beim Vorgänger Werbe-Interessen-Ring angehäuft werden?

Fest steht, dass sich schnell etwas ändern muss. Wenn nicht endlich diese Einzelkämpfer-Mentalität beendet wird, hat die Fuhsestadt bald keine Chance mehr gegenüber den Konkurrenz-Städten. Die Peiner Händler müssen den Kunden eine Art „Einkaufserlebnis unter Freunden“ präsentieren, und das geht nur gemeinsam.

Daher wäre es verhängnisvoll, wenn die City-Gemeinschaft am Egoismus zerbrechen würde. Es ist endlich Unternehmensgeist gefragt – von allen!

Thomas Kröger, t.kroeger@paz-online.de

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