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Wildschweine belagern das Peiner Land

Kreis Peine Wildschweine belagern das Peiner Land

Eigentlich müsste sich das Peiner Land geadelt fühlen. Denn Wildschweine zählen zum Hochwild und das durften in alten Zeiten nur die Fürsten jagen. Doch inzwischen sind die „Sauen“ zur Plage geworden. Den Jägern sind allerdings häufig die Hände gebunden. Denn wo die Schweine wüten, dürfen sie oft nicht schießen.

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Schwein gehabt: Viele Peiner ärgern sich zurzeit über Wildschweine, die ihre Gärten verunstalten. Doch Jäger dürfen oft nicht einschreiten.

Quelle: archiv

Kreis Peine . Jäger haben nicht nur sportlichen Spaß bei der Jagd, sie haben die Pflicht, den Bestand der Wildtiere konstant zu halten. Der Besatz, so heißt der Bestand in der Fachsprache, wird von der Jagdbehörde vorgegeben. „Und wenn wir die Abschussquoten nicht erfüllen, kann der Landkreis sogar eine Jagd anordnen“, sagt Karl-Heinz Thiele, Vorsitzender der Peiner Jägerschaft.

Probleme bereiten Wildschweine. Sie gehören zum Hochwild, das in absolutistischen Zeiten nur von Fürsten gejagt werden durfte. Bis auf einen kleinen Besatz Damwild im Fürstenauer Holz gibt es im Peiner Land nur Niederwild, also Rehe, Hasen, Kaninchen oder Fasane.

„Wir haben 2009 mehr als 400 Wildschweine erlegt“, sagt Thiele. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es noch 60 bis 70 Exemplare. Weil es so viele Wildschweine gibt, meinen viele Bürger, die ungebetenen tierischen Besuch in ihrem Garten hatten, es müssten mehr Schweine erlegt werden. „Das ist nicht so einfach, denn wir dürfen nicht in Gebieten schießen, die bebaut sind oder für die es einen Bebauungsplan gibt“, sagt Thiele.

Während Wildschweine zur Plage geworden sind, bereiten Jägern die Wildkaninchen und die Rebhühner ganz andere Sorgen. „Kaninchen gibt es fast nur noch auf Friedhöfen. Sie sind durch Krankheiten stark dezimiert“, sagt der Vorsitzende der Jäger. Rebhühner werden im Kreis schon gar nicht mehr gejagt, obwohl der Abschuss frei gegeben ist. „Wir wollen den Besatz aber nicht noch mehr vermindern“, sagt Thiele.

Um Tiere zu schützen, haben die Jäger etwa 70 Hektar Land bepflanzt – „nicht mit Nutzwald“, betont Thiele. Hegebüsche seien zum Schutz der Tiere gedacht. Wer mehr über den Umgang mit Wildtieren, Hege und Jagd erfahren möchte, kann sich zum „grünen Abitur“ anmelden, empfiehlt Thiele.

Der neue Kurs für die Jägerausbildung beginnt im Mai. Anmeldungen bei Klaus Herms unter Telefon 05171/ 14600.

Thorsten Pifan

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