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Wenn nach dem Unfall alle weg sind

Amtsgericht Wenn nach dem Unfall alle weg sind

Drei Monate ist der Lappen weg – und dabei bleibt es. Gegen das Fahrverbot wegen Fahrerflucht hatte ein Rentner Einspruch eingelegt, er hoffte wegen der kuriosen Umstände auf einen Freispruch.

Peine. Freitagnachmittag kracht es auf dem Schwarzen Weg. „Alles ging so schnell, ich hatte nur einen Schatten gesehen. Dann habe ich sofort nach meiner Frau gesehen, die auf dem Beifahrersitz saß“, erzählt der 79-Jährige dem Amtsrichter. Der Peiner Senior war gerade von der Kastanienallee nach links auf den Schwarzen Weg eingebogen.

Er sei stehen geblieben, habe sich umgeschaut, aber niemanden entdeckt, der ebenfalls in den Unfall verwickelt war. Also fuhr der Senior weiter, hielt im Stederdorfer Gewerbegebiet an, um den Schaden zu begutachten und dann gleich weiter in seine Werkstatt, die dort nur wenige Meter weiter ansässig ist.

„Anschließend habe ich den Schaden der Versicherung gemeldet“, erzählt der rüstige Rentner, der im kommenden Monat 80 Jahre alt wird. Zur Polizei sei er dann erst am folgenden Morgen gegangen – nach dem Frühstück. Der Unfallgegner ist aber gar nicht verschwunden. Er hat nur auf einem Tankstellen-Gelände in der Nähe geparkt, um den Verkehr nicht unnötig zu behindern. Dann sei umgehend zum Unfallort zurückgekehrt.

Das hatten Zeugen bestätigt, die gestern aber gar erst gehört worden sind. Denn der Senior zieht seinen Einspruch gegen sein dreimonatiges Fahrverbot zurück. Zuvor hatte Staatsanwalt Nico Elster gedroht, darauf zu plädieren, dem Rentner den Führerschein ganz wegzunehmen. Schließlich habe er gegen die sogenannte Wartepflicht verstoßen. Und das sei eindeutig Fahrerflucht. Außerdem hätte er die Polizei umgehend informieren müssen – und nicht erst am folgenden Morgen, nach dem Frühstück.

Erschwerend käme der Sachschaden von 2500 Euro hinzu. Damit sei die Bagatellgrenze von 1300 Euro deutlich überschritten.

Richter Gerrit Schulz folgt den Argumenten des Staatsanwaltes. Er gibt dem Anwalt einen Wink mit dem Zaunpfahl. Für den Senior hätte es auf jeden Fall eine Geldstrafe gegeben, zusätzlich zu dem bisherigen Fahrverbot.

pif

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