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Weihnachtsmänner am laufenden Band

Peine-Stederdorf Weihnachtsmänner am laufenden Band

Mehr Schoko-Weihnachtsmänner als Bundesbürger bevölkern kurz vor dem Fest das Land: Jährlich verspeisen die Deutschen 105 Millionen der Schoko-Männer – viele davon werden in Peine bei Schokoladen Rausch hergestellt.

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In Reih und Glied – und einfach süß. Jährlich verspeisen die Deutschen 105 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner. Viele davon werden bei der Firma von Jürgen Rausch in Peine und Berlin produziert.

Quelle: dpa

Peine-Stederdorf . Lecker! Knapp 2,5 Millionen Schoko-Weihnachtsmänner werden bis zum Sonntag, 6. Dezember, von den Bändern des Peiner Erfolgsunternehmens Rausch laufen. Seit 1982 produziert die 1918 in Berlin gegründete Firma in Peine.
Seitdem sind Umsatz und Beschäftigtenzahl stetig gestiegen. „Derzeit arbeiten 550 Beschäftigte in drei Schichten“, sagt Firmenchef Jürgen Rausch. Ganzjährig seien 320 Mitarbeiter in Peine mit der Produktion und etwa weitere 80 in Berlin beschäftigt. Dort hat Rausch am Gendarmenmarkt einen der größten Schoko-Läden Europas.

Der Umsatz des Familienunternehmens liegt bei etwa 100 Millionen Euro, verrät der Firmenchef. 2005 waren es noch 52 Millionen Euro. An dieser Entwicklung sind die Weihnachtsmänner allerdings weniger beteiligt, die Sticks und Tafeln mit Plantagen-Schokolade schlagen deutlicher stärker zu Buche.
Inder auf den Geschmack bringen

Seit dem vergangenen Jahr ist Rausch-Schokolade auch in vielen Feinkostläden in den USA zu finden. Als nächstes möchte Rausch die Inder auf den Geschmack bringen: „Jeder Deutscher isst im Schnitt etwa 9,3 Kilo Schokolade im Jahr, ein Inder gerade mal 100 Gramm“, sagt Rausch zu den erhofften Chancen seiner Branche in Indien. Um seine ehrgeizigen Pläne umsetzen zu können, hatte der 60-Jährige in den vergangenen Jahren etwa 180000 Quadratmeter Land, das entspricht 40 Fußballfeldern, in Peine neu erworben und die Produktionsstätten erweitert.

Doch die Schoko-Branche ist härter geworden. „Wir haben den höchsten Kakaopreis, seit es Aufzeichnungen gibt“, sagt Rausch. Vor drei Jahren habe beispielsweise eine Tonne Konsumkakao 878 Euro gekostet, heute 2414. „Früher haben Naturkatastrophen oder auch Kriege den Preis bestimmt, heute Spekulanten“, schimpft der Schoko-Hersteller. Er selbst kauft nur Edelkakao und das vorbei an den Spekulanten direkt bei den Kakaobauern. „Die Bauern bekommen von mir 20 bis 25 Prozent mehr Geld als üblich. Ich gebe es ihnen viel lieber als den vielen Zwischenhändlern und Spekulanten“, sagt Rausch.
Thomas Pape vom Bundesverband der Deutschen Süßwaren Industrie bestätigt die hohen Rohstoff-Preise. Trotz Preissteigerung sei Schokolade allerdings in Deutschland so günstig wie in keinem anderen Land.

Bundesweit werden übrigens mehr Hasen als Schoko-Männer angeboten: „Der Weihnachtsmann hat einfach mehr Konkurrenz in Form von Gebäck und anderen Figuren“, erklärt Pape. Ein Weihnachtsmann sollte laut Rausch möglichst nie auf einen Osterhasen treffen: „Schokolade ist nichts zum Hinstellen, sie sollte mit Begeisterung frisch gegessen werden.“

Anita Pöhlig

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