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Vorwurf: Missbrauch

Menschen vor Gericht Vorwurf: Missbrauch

In Handschellen wird der in einen blauen Strickpullover und Bluejeans gekleidete Angeklagte in den Saal des Hildesheimer Landgerichts geführt. Der 51-Jährige mit dem grauen Kinnbart ist bleich. Seit Oktober 2009 sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, zwischen Juli 2004 und September 2009 zweimal die Enkelin seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht zu haben.

Hildesheim . Der Angeklagte hört sich die Vorwürfe ruhig an und bestreitet die Taten: „Da ist nichts dran. Es ist nie zu sexuellen Handlungen gekommen.“ Der Peiner gibt zu, mit dem Mädchen häufig allein im Wohnzimmer gewesen zu sein. Dann hätten sie Playstation gespielt oder fern gesehen. Auf die Nachfrage des Vorsitzenden Richters, ob die beiden sich auch körperlich näher gekommen seien, räumt er ein: „Wir haben auch auf dem Sofa gelegen und gekuschelt.“

Es hatte bereits in der Vergangenheit Missbrauchsvorwürfe gegen den Angeklagten gegeben. Er soll sich auch an einer der Töchter seiner Lebensgefährtin vergangen haben. Deshalb saß er vier Jahre bis zum Jahr 2004 im Gefängnis. Nach seiner Entlassung empfing ihn die Familie mit „offenen Armen“, da sie den Aussagen der Tochter nicht glaubte.

Als die Vorwürfe der Enkelin im Raum standen, änderte die Familie ihre Meinung. Das heute zwölfjährige Mädchen sagte am ersten Prozesstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Die Mutter des Mädchens schilderte, wie sich ihre Tochter in den vergangenen Jahren veränderte. Sie sei nachdenklicher und verschlossener als früher. Vor zwei Jahren gab es erstmals Auffälligkeiten bei ihr. Die schulischen Leistungen des Mädchens waren schlecht und auch ihr Verhalten gegenüber anderen Kindern sei auffällig aggressiv gewesen. Ihr eigenes Verhältnis zum Angeklagten beschrieb die 30-Jährige sehr wohlwollend. Seit er vor 15 Jahren ihre Mutter kennenlernte, wäre er für sie wie ein Vater gewesen. Mittlerweile hat sie den Kontakt abgebrochen.

Der Prozess wird am 16. April fortgesetzt.

Mike Fleske

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