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Stadt Peine Vortrag: Krasnapolsky und 30.000 Goldmark
Stadt Peine Vortrag: Krasnapolsky und 30.000 Goldmark
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23:00 11.09.2012
Vortrag im Peiner Rathaus-Saal: Dr. Ralf Holländer, Vorsitzender des Kreisheimatbundes (stehend), sprach über 100 Jahre Herzberg. Quelle: pif

Eigentlich treffen sich die Freunde des Kreisheimatbundes einmal im Monat im Kreismuseum. Doch diesmal ging es um ein besonderes Stück Stadtgeschichte, den Peiner Herzberg. Der Hügel ist Teil einer Kette von Endmoränen aus der Eiszeit vor 200.000 Jahren. Auch der Luhberg und der Wöhrberg gehören dazu. Der Wöhrberg ist vor etlichen Jahrzehnten verschwunden, denn unter dem Hügel befand sich ein Kiesvorkommen. Heute ist dort der Eixer See.

Der Herzberg auf dem Weg von der Altstadt Peine zum Sundern hat seinen Namen wahrscheinlich vom altniederdeutschen Wort für „Hirsch“. „Vielleicht ließen sich zwischen Barumer Moor und Trentelmoor die Hirsche leicht jagen“, vermutete Dr. Holländer. Fest steht, dass der Herzberg bis zur Wende zum 20.Jahrhundert nicht bewaldet war und dort Landwirtschaft betrieben wurde. Holländer belegt das mit verschiedenen Grenzkarten aus dem Stadtarchiv.

Auch ein Foto vom jungen Wasserturm, der 1908 erbaut wurde, zeigt noch kleine Bäume. Der imposante Turm, der heute vom Stadtwald verdeckt wird, war damals weithin sichtbar. Als die Stadt um 1896 begann, das Gelände aufzuforsten, steckte sie 30.000 Mark in die Anlage. Doch das Geld reichte nicht. Weitere 30.000 Mark waren notwendig. Die wurden Bürgermeister Julius Meyer aber nicht bewilligt. So nahm er Kontakt mit dem ehemaligen Peiner Adolph Wilhelm Krasnapolsky auf, der sein Glück mit einem Grandhotel in Amsterdam gemacht hatte.

Krasnapolsky, der in Peine eine Schneiderlehre gemacht hatte, spendierte die 30.000 Goldmark. Er selbst war damals schon todkrank und starb, bevor der Herzberg fertiggestellt war.

pif