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Vorbestrafter Sexualtäter (37) aus Peine muss in die geschlossene Psychiatrie

Menschen vor Gericht Vorbestrafter Sexualtäter (37) aus Peine muss in die geschlossene Psychiatrie

Wegen Bedrohung und versuchter Nötigung einer Frau hat das Landgericht Braunschweig einen Peiner zur 13 Monaten Haft verurteilt. Der 37-Jährige muss aber nicht ins Gefängnis. Stattdessen ordneten die Braunschweiger Richter seine Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik an.

Braunschweig . In einem psychiatrischen Krankenhaus hatten sich Angeklagter und Opfer auch kennengelernt. Sie wurden dort wegen ihrer Persönlichkeitsstörungen behandelt.Die waren allerdings bei dem 37-Jährigen und seiner Mitpatientin völlig unterschiedlich gelagert. Der Peiner neigt offenbar zu Gewalt gegen Frauen.

Wegen Vergewaltigung in vier Fällen hat er bereits eine siebeneinhalbjährige Freiheitsstrafe abgesessen. Erst kürzlich verurteilte ihn das Landgericht Hildesheim zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe – wieder wegen eines Übergriffs auf eine Frau. Diese Strafe wurde in das Braunschweiger Urteil einbezogen. Der Mann wird vom sogenannten KURS-Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter betreut. Die 24-Jährige, die der Vorbestrafte in der Psychiatrie traf, wusste davon nichts.

„Wir waren Freunde. Einmal haben wir uns geküsst. Aber sonst war da nichts“, erklärte sie im Zeugenstand. Der Peiner habe gedacht, er könne eine Beziehung zu ihr aufnehmen. Sie habe ihm aber gesagt, „dass das nicht läuft“.

Der Angeklagte sah das wohl anders. Nachdem die junge Frau die Klinik verlassen hatte, tauchte er vor ihrer Braunschweiger Wohnung auf. „Er hämmerte gegen die Tür und drohte, er wolle mich umbringen. Dann hieß es, ich hätte Schulden bei ihm und müsse deshalb für ihn anschaffen“, sagte die Zeugin.

Mit dem Urteil übertraf das Gericht sogar die Forderung der Oberstaatsanwältin. Sie hatte eine elfmonatige Bewährungsstrafe beantragt.

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Der sei völlig unmöglich, erklärte die Vorsitzende Richterin. Der Angeklagte sei wegen seiner seelischen Störung zwar zur Tatzeit schuldunfähig gewesen. Er müsse aber in psychiatrische Behandlung, um weitere Straftaten zu verhindern.

jkr

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