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Vor dem Prozess: Experten warnen vor Gefahren im Internet

Mordfall Melanie Vor dem Prozess: Experten warnen vor Gefahren im Internet

Am Montag beginnt vor dem Landgericht Hildesheim der Prozess gegen den 27 Jahre alten mutmaßlichen Mörder von Melanie aus Dungelbeck. Gestern meldeten sich Experten zu Wort, die den Mordfall bewerten, der bundesweit für Aufsehen sorgte.

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Mordfall Melanie: Das 23-jährige Opfer wohnte in Dungelbeck, am Montag beginnt der Prozess.

Quelle: A

Peine. Melanie (23) hatte ihren mutmaßlichen Mörder in einem sozialen Netzwerk im Internet kennengelernt. Dass Mörder gezielt im Internet nach Opfern suchen, sei nach wie vor selten, sagt Rita Salgmann vom Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) in Hannover. „In 85 Prozent der Tötungsdelikte kommt der Täter aus dem Umkreis des Opfers“, betont die Leiterin der Zentralstellen Gewalt, Eigentum, Prävention und Jugendsachen. Nach ihrer Beobachtung sind die meisten Menschen viel zu sorglos mit dem, was sie im Internet von sich preisgeben – von genauen Angaben der Adresse bis zu peinlichen Fotos.

„Die 20- bis 40-Jährigen sind naiver als Kinder, die in der Schule über die Gefahren des Internets aufgeklärt werden.“ Nie die Adresse verraten, für das erste Date einen öffentlichen Treffpunkt vereinbaren und eine Begleitperson mitnehmen: Das sind Grundregeln, mit denen sich Frauen schützen können.

Hinweise auf im Internet angebahnte Verbrechen im Vorhinein zu finden, sei nahezu unmöglich, sagt Frank Puschin, der die Zentralstelle Internetkriminalität im LKA leitet. „Gespräche zwischen Täter und Opfer finden meist in separaten Räumen statt.

Da kann keiner mitlesen.“

Gemeinsam mit sechs Kollegen spürt Puschin in der virtuellen Welt Straftaten auf. Es geht häufig um Kinderpornografie. „Chatrooms, wo Kinder sind, ziehen Pädophile an.“ Um sich Kindern zu nähern, wenden sie Tricks mit falschen Identitäten an. So geben sie sich beispielsweise als junges Mädchen aus, das einen Model-Agenten kennt.

Viele Straftaten im Bereich der sexuellen Nötigung kommen laut Puschin nicht zur Anzeige. „Anzügliche Bemerkungen finden chattende Kinder fast normal.“

jl

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