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Vor 52 Jahren: Heiligabend unter Tage – mit Baum

Peine-Telgte Vor 52 Jahren: Heiligabend unter Tage – mit Baum

Unter besonderen Umständen feierten einige Telgter Bergleute Heiligabend 1959: Weil in der Zeche auch feiertags gearbeitet wurde, mussten die Arbeiter ganz regulär gegen 6 Uhr zur Frühschicht einfahren. Zwischen dem Erzabbau nahmen sich die Kumpel allerdings Zeit für einen besinnlichen Moment – an einem Weihnachtsbaum 500 Meter unter Tage.

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Bergleute an Weihnachten 1959 in der Schachtanlage Peine: (stehend, von links) Helmut Woyth, Hansi Bruninghaus und Erich Anskat sowie (sitzend, von links) Kurt Burgdorf, Adolf Schaber, Gotthard Lingoth und ein unbekannter Bergmann.

Quelle: oh

Telgte . Helmut Woyth erinnert sich noch genau: „Es war eigentlich sogar ganz gemütlich. Die Arbeit war auch nicht mehr so anstrengend wie in der Anfangszeit“, erzählt der 76-Jährige, der zunächst als Knappe, dann als Hauer und später als Schießhauer malochte. Woyths Schicht an Heiligabend vor 52 Jahren endete um 14 Uhr, es blieb also noch genug Zeit, um mit der Familie zu feiern – und für die Bescherung.

„Das Geld war knapp, die Geschenke fielen daher viel kleiner aus als heute“, erzählt Woyth, der damals gerade frisch verheiratet und mit seiner Waltraud und dem neun Monate alten Sohn Andreas die erste eigene Wohnung an der Fröbelstraße auf Telgte bezogen hatte.

Woyth schenkte seiner Frau eine Flasche Parfüm mit einer Rose daran, die er in dem Laden an der Schachtanlage erworben hatte. „Die Rose hat meine Frau heute noch“, schmunzelt der Rentner. Seine Frau schenkte ihm damals ein Buch über Flugzeuge, das weiß der 76-Jährige noch genau.

Zu essen gab es übrigens Kartoffelsalat mit Würstchen, zu trinken eine Flasche Bier, die sich alle teilten. Etwas mehr leisten konnten sich die Woyths erst später, als er Schrankenwärter bei der Bahn wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.

mic

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