Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / -5 ° heiter

Navigation:
Von der Schrauben- und Mutternwerke bis zur Peiner AG

Peiner Industriegeschichte Von der Schrauben- und Mutternwerke bis zur Peiner AG

Rund 200 Besucher fanden sich kürzlich im Peiner Kreismuseum zum Vortrag von Volkmar Schüßler-Langeheine ein, in dem dieser über die Geschichte der in 1921 gegründeten „Norddeutschen Schrauben- und Mutternwerke bis hin zur Peiner AG“ berichtete.

Voriger Artikel
„Rock the Circus - Musik für die Augen“ kommt nach Peine

Volkmar Schüßler-Langeheine war selbst lange im Unternehmen tätig und referierte im Kreismuseum zur Unternehmensgeschichte.
 

Quelle: Hendrik Götze

Peine.  Schüßler-Langeheine war selbst lange im Unternehmen tätig, zum Einstieg stellte er aufgrund der hohen Anzahl von ehemaligen Kollegen im Auditorium schmunzelnd fest: „Bei diesem Abend handelt es sich um eine Betriebsversammlung mit Gästen.“

Die Geschichte begann mit der Produktion von Warmformteilen, später von Kaltformteilen und dann vermehrt von Schalungsträgern, die auch in den USA damals reißenden Absatz fanden. Die Peiner AG entstand 1953, als die Norddeutschen Maschinen- und Schraubenwerke eine Kooperation mit dem Münchener Ingenieurbüro Tax eingingen. Man begann dann, die ersten Turmdrehkrane zu konstruieren, berichtete Schüßler-Langeheine.

In den 70er Jahren hatte das Unternehmen seine Blütezeit, neben vielen innerdeutschen Aufträgen sah man den Peiner Kran zunehmend im Ausland. In der ganzen Welt kam das große „P“ zum Einsatz. Ob Holland, Türkei, Asien, USA oder auch die meisten Staudammprojekte in Südamerika, alle wurden damals mit Peiner Kranen realisiert.

Es wurden vermehrt Krane für Schiffswerften und Containerumschlag produziert, hier wurden beispielhaft die Columbuskaje Bremerhaven (der dortige Kran ist noch immer im Einsatz) oder auch der Kieler Oslo-Kai genannt.

Auch das Spiegel-Magazin berichtete Anfang der 70er Jahre über das Peiner Unternehmen, das entsprechende Exemplar mit metallenem Cover zeigte Schüßler-Langeheine den interessierten Besuchern.

Nachdem das Unternehmen in der besten Zeit 2400 Mitarbeiter (davon allein 2000 in Peine) hatte, begann Ende der 70er Jahre der schleichende Abstieg.

Durch die Konjunkturkrise wurden immer weniger Neubauprojekte begonnen, und auch die Übernahme von anderen Unternehmen am Markt konnte diesen Trend nicht mehr aufhalten. In den 80er Jahren wurden noch einige letzte Turmdrehkrantypen auf den Markt gebracht, bevor in den 90er Jahren Terex das Unternehmen aufkaufte und die Produktion in Deutschland eingestellt wurde.

Von Hendrik Götze

Voriger Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr