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Volle Kehle statt leerer Pathos

Klaus Lage im Forum Volle Kehle statt leerer Pathos

Rock im Forum: Laut, erdig und lebensprall. Klaus Lage und Band spielen vor 400 begeisterten Besuchern über zwei Stunden bis in die fünfte Zugabe hinein. Lage und seine vier Bandkollegen sind in glänzender Spiellaune: Rock, Blues, jammervoll schöne Balladen oder Funk. Alles mit breiter Schaufel ausgegeben.

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Der Lage der Nation in voller Fahrt: Klaus Lage im Peiner Forum.

Quelle: im

Klaus Lage, Urgestein deutschen Blues-Rocks. Da steht er mitten auf der Bühne: immer noch die gleiche lilagetönte Nickelbrille, dieselbe putzige Un-Frisur und diese tapsigen Joe-Cocker mäßigen Tanzbewegungen und singt mit seiner markanten rauchigen Stimme die kleinen Geschichten von großen Hoffnungen, seltenen Siegen und grandiosen Niederlagen. Die Besucher drängen sich in engen Reihen um die Bühne, lauschen jeder Zeile und kennen die meisten Refrains auswendig.

Dazwischen plaudert der gebürtige Soltauer über das Verwehen der Zeit, die Stürme des Lebens und die Sinnlosigkeit von Verzagtheit oder mäkelnder Larmoyanz. Ganz wie die Menschen in seinen Liedern, die leiden, scheitern, zu Boden gehen aber immer wieder aufstehen. Klaus Lage: das ist alte Songwriter-Tradition von dem Menschen nebenan mit seinen Fehlern, Einsichten, dem kleinen Glück und den vielen Hoffnungen – menschlich, am Publikum und unprätentiös. Volle Kehle statt leerer Pathos.

Und deshalb fordert das Peiner Publikum auch immer wieder eine Zugabe. Und dann, dann, ja dann endlich kommt das Lied, mit dem Lage vor einem Vierteljahrhundert berühmt wurde. Seine Bandkumpels stellen sich im Chor zusammen und beginnen: „Du wolltest dir nur den Abend vertreiben…“ Kreischen! „1000 und eine Nacht“. Fast zehn Minuten lang, Refrain kommt lautstark vom Publikum, dicke Gitarren, Piano-Solo und Schubbi-Dubbi-Swing Einlage. Über 400 fröhliche, singende Gesichter, ein bisschen eine Reise in die eigene Vergangenheit, in eine Zeit, als solche Lieder noch in den Charts waren. Ein ganz dicker Abend.

Björn Wulfes

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