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Stadt Peine Viereinhalb Jahre Haft für Messerstecher aus Stederdorf
Stadt Peine Viereinhalb Jahre Haft für Messerstecher aus Stederdorf
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19:01 16.05.2018
Der Angeklagte möchte nicht erkannt werden. Quelle: Antje Ehlers
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Hildesheim/Stederdorf

Die Kammer bezieht sich in ihrem Urteil allerdings nicht mehr auf den ursprünglichen Anklagepunkt des versuchten Mordes beziehungsweisen Totschlags. Dieser Vorwurf war aufgrund der Aussagen der Beteiligten nicht haltbar, stattdessen wurde gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen verurteilt.

Das Gericht sah es nach der Beweisaufnahme als erwiesen, dass der Angeklagte unvermittelt und besonders das weibliche Opfer, eine 19-jährige Peinerin, heimtückisch und im weiteren Verlauf einer Auseinandersetzung den männlichen Zeugen angegriffen hat. Vorausgegangen war ein Streit um die Rückgabe von zehn Euro, die die Peinerin dem Angeklagten schuldete. Am Tattag hatte der 48-Jährige mehrfach die Rückgabe des Geldes gefordert und dabei Fristen gesetzt.

Als die erste Frist aus Sicht des Angeklagten nicht eingehalten wurde, da er diesen vermutlich verschlafen hat und erst kurze Zeit später wach wurde, kam es zu einem zweiten Ultimatum. Der 24-jährige Hausmitbewohner und gemeinsame Freund habe den Angeklagten rufen wollen, um die Geldübergabe zu regeln.

Daraufhin begab sich dieser auf den Hof des Mehrparteienhauses, und als sich die 19-Jährige näherte, habe er sie erst ins Gesicht geschlagen und ihr anschließend einen Messerstich in den Bauchraum versetzt. Der 24-Jährige habe daraufhin eingreifen wollen und sei selbst zwischen Achselhöhle und Hals schwer verletzt worden.

Die Aussage des Angeklagte, man hätte ihn in einen Hinterhalt auf dem dunklen Parkplatz gelockt, hielt der Vorsitzende Richter für nicht nachvollziehbar. Im Übrigen wären seine Aussagen ohnehin uneinheitlich. Für die Forderung nach einer Unterbringung in einer therapeutischen Einrichtung sah das Gericht keine gesetzliche Grundlage.

„Es ist ein Glück und ein Stück weit der körperlichen Konstitution der Opfer zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist“, fand der Richter in Richtung des Angeklagten abschließend noch persönliche Worte.

Von Antje Ehlers

Einen „Freispruch mit Bauchweh“ nannte es die Vorsitzende Richterin Karin Brönstrup, doch das Gericht habe Zweifel an den Angaben der Geschädigten ebenso wie an der Schilderung des Angeklagten. Der wegen Vergewaltigung seiner damaligen Ehefrau angeklagte 46-jährige Peiner verließ daher das Landgericht sichtlich erleichtert als freier Mann.

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