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Verkaufsschlager: Peiner Keramik

Spannende Entdeckungen Verkaufsschlager: Peiner Keramik

Peine steht heute vor allem für Stahl und Härke-Bier. Um das Jahr 1300 war das noch anders: Da stand die Fuhsestadt für die Massenfertigung von Keramik. Das hat Archäologe Thomas Budde bei Ausgrabungen festgestellt.

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Auf dem Foto sieht man ganz erhaltene Steingefäße und -krüge aus dem Töpfer-Ofen. Sie stammen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Quelle: Budde

Peine. Erstaunliche Ergebnisse bei den Ausgrabungen im Zuge des Baus der City-Galerie an der Peiner Bahnhofstraße. Der Abbenser Archäologe Thomas Budde konnte so manches Fundstück sichern. Die Ausgrabungen fanden von Januar bis April 2008 statt. Budde sagt: „Knapp die Hälfte der Gesamtfläche war nicht unterkellert und daher archäologisch interessant.“

Die Masse der Funde des ersten Grabungsabschnitts stammt aus einer Töpferei-Abwurfhalde von bis zu 20 Meter Breite, die sich vom damaligen City-Kaufhaus Knolle über die große frühere Gartenfreifläche in Richtung Westrand des Bahnhofs-Geländes erstreckte. Der im Laufe der Jahrhunderte eingeebnete Halde folgte eine schwache Senke, in der das Erdreich von der abgekippten Holzkohle der Ofenfeuer schwarz verfärbt und der feine Sandboden grau durchtränkt war. Der Experte erklärt: „Der Boden war hier geradezu mit Keramik-Scherben durchsetzt. In der Regel zertrümmerten die mittelalterlichen Töpfer selbst leicht missratene Gefäße – so genannte Fehlbrände – und kippten sie auf solchen Abwurfhalden oder in Gruben ab.“

Etwa 10 000 mittelalterliche Fundstücke konnten durch Grabung und Siebarbeiten gesichert werden. Nach dem bisherigen Eindruck dürften die Scherben hauptsächlich aus dem späten 13. bis frühen 16. Jahrhundert zu stammen, wobei der Schwerpunkt offenbar im 14. Jahrhundert liegt.

Höhepunkt der Grabungen ist laut Budde zweifellos die Untersuchung zweier kleiner, von den Unterkellerungen des City-Kaufhauses Knolle verschont gebliebener Flächen am Rande der Schützenstraße gewesen, direkt neben dem heutigen New-Yorker-Bekleidungsgeschäft.

„Hier sind wir ins Zentrum der mittelalterlichen Gröpern-Töpfereien vorgestoßen. In dem kleinen Gebiet konnten sechs Töpfer-Öfen, zwei mit Töpferei-Abfällen gefüllte Brunnen und zehn Töpferei-Abfallgruben entdeckt werden“, erklärt der Abbenser. Sie enthielten etwa 6000 Keramikscherben und Gefäß-Fragmente, die aber wesentlich großformatiger waren und die die Zusammensetzung zahlreicher Gefäße ermöglichen werden. Die Keramik stammt laut Budde „grob aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts“. Peine hatte im Mittelalter eine überregionale Bedeutung als Standort für Töpferei-Produktionen, Keramik war damals ein Verkaufsschlager.

tk

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