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Stadt Peine Umstrittene Schreiblern-Methode: Das sagen Möhle und Plett
Stadt Peine Umstrittene Schreiblern-Methode: Das sagen Möhle und Plett
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06:00 11.10.2018
Schreiben nach Gehör: So lernen Kinder nach der umstrittenen Methode das Schreiben. Quelle: dpa
Kreis Peine

„Fata, Mutta, Kinnt“ – nach der Lehre des reformpädagogischen Ansatzes, sollen Grundschulkinder anfangs so schreiben, wie sie sprechen. Doch die auf den Schweizer Jürgen Reichen zurückgehende Methodik ist umstritten, eine Studie der Universität Bonn hat nun gezeigt, dass die herkömmliche Fibel-Methode zu deutlich besseren Rechtschreibergebnissen führt, als die reformpädagogische Methode.

„Dafür hätte es keine Studie gebraucht, das sagt einem schon die ganz praktische Lebenserfahrung“, meint der Peiner CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Plett. „Den Kindern erst die falsche Schreibweise beibringen, um diese dann in späteren Jahren zu korrigieren: Das kann einfach nicht richtig sein.“

Plett: „Das verwirrt die Kinder nur.“

Gerade auch für Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund sei diese Schreiblern-Methode überhaupt nicht geeignet, so der Christdemokrat weiter. „Das verwirrt die Kinder nur und führt zu schlechten Schreibergebnissen“, sagt Plett – eine Einschätzung, die auch durch die Studie untermauert wird. „Ich habe kein Verständnis für diese Lehrmethode. Sie sollte nicht mehr angewendet werden“, erklärt er abschließend.

Auch Möhle hält nichts von „Lesen durch Schreiben“

Eine ähnliche Auffassung hat der Peiner SPD-Landtagsabgeordnete Matthias Möhle. „Von dieser Schreiblern-Methode halte ich nichts. Man erzieht die Kinder da zunächst zu einer Beliebigkeit, die ich für problematisch halte“, so der Sozialdemokrat. „Schreiben ist eine Kulturtechnik – und die sollte man von Anfang an richtig lernen.“

Wird die Methode „Lesen durch Schreiben“ konsequent verfolgt, dann sollen Lehrer übrigens auch nicht korrigieren, um die Kinder nicht zu frustrieren. Auch das hält Möhle nicht für den richtigen Weg. „Natürlich sollte das Lernen Freude machen, aber manchmal ist es eben auch hartes Training“, sagt der Peiner.

Außerdem werde bei der umstrittenen Methode eine mögliche „Frustration“ zeitlich nur verschoben, später würden die Schüler ja auf die „fehlerhafte“ Schreibweise aufmerksam gemacht werden. „Aber Fehler sind nun mal auch keine Schande, wenn man aus ihnen lernt“, so Möhle abschließend.

Hitzige Debatte um umstrittene Lernmethode

Wie lernen Grundschulkinder am besten das korrekte Schreiben? Um die Antwort auf diese Frage ist erneut eine hitzige Debatte entbrannt. Auslöser ist eine Studie der Uni Bonn, bei der die Lernerfolge von gut 3000 Grundschulkindern in Nordrhein-Westfalen analysiert wurden.

Das Ergebnis: Der traditionelle „Fibelunterricht“ führe bei Grundschülern zu deutlich besseren Rechtschreibleistungen als etwa die reformpädagogische Methode „Lesen durch Schreiben“. Bei der Fibelmethode werden Buchstaben und Wörter schrittweise und nach festen Vorgaben eingeführt, beim „Lesen durch Schreiben“ mit Hilfe einer sogenannten Anlauttabelle, die Kinder können dabei zunächst so schreiben, wie sie die Wörter hören.

„Lesen durch Schreiben“-Schüler machten mehr Fehler

Die während der Studie beobachteten Schüler, die mit „Lesen durch Schreiben“ unterrichtet wurden, machten am Ende der vierten Klasse im Schnitt 55 Prozent mehr Rechtschreibfehler, „Werkstatt“-Schüler sogar 105 Prozent mehr als Fibelkinder. Auch Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, profitierten vom „Fibel“-Ansatz, heißt es weiter in der Studie.

Der Deutsche Lehrerverband verlangte daraufhin ein bundesweites Verbot der didaktischen Methode „Lesen durch Schreiben“, Baden-Württemberg und Hamburg hätten dies bereits umgesetzt, so Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger.

Da Bildung „Ländersache“ ist, fragte die PAZ im niedersächsischen Kultusministerium nach, wie dort über die umstrittene Lehrmethode gedacht wird. Das Ministerium verwies auf die im Schulgesetz geregelte „Eigenverantwortung der Schule“, eine Bewertung zu Materialien und Methoden würde dem widersprechen.

Die Landesregierung tragenden Parteien von SPD und CDU hätten in ihrem Koalitionsvertrag jedoch vereinbart, die eingesetzten Lernmethoden kritisch zu überprüfen. Landesweite Erkenntnisse darüber, welche Schulen nach welchen Methoden arbeiten, würden nicht vorliegen.

Von Tobias Mull

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