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Tölkes Landcafé wird nach 60 Jahren geschlossen

Rosenthal Tölkes Landcafé wird nach 60 Jahren geschlossen

Konrad Tölke sitzt in einem seiner großen Gasträume am Ende einer Tischreihe. Vor ihm Fotoalben mit vielen Erinnerungen und ein Schreibblock mit wichtigen Eckdaten aus seinem Leben. Er hat sie stichwortartig zu Papier gebracht. Alles andere hätte den Rahmen gesprengt, denn schließlich kann der 1938 in Rosenthal geborene Gastwirt viel erzählen.

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Ruth und Konrad Tölke im Landcafé in Rosenthal: Nach 60 Jahren wurde das Café nun geschlossen.
 

Quelle: Hartmut Heuer

Rosenthal.  Der Marathon-Mann kann auf eine 60-jährige berufliche Tätigkeit zurückblicken. Jetzt jedoch ist Schluss, das Café Tölke in Rosenthal bleibt geschlossen. Prägend für seinen beruflichen Werdegang war der elterliche Betrieb. Karl und Magdalena Tölke führten in Rosenthal zunächst eine Molkerei. Zum Angebot gehörten „Vollmilch lose und in Flaschen, feinste Tafelbutter, Schlagsahne und Käse in allen Sorten und erstklassiger Verarbeitung“. So ist es auf einem Bild zu lesen, das im Gastraums des Cafés hängt.

Als im Laufe der Zeit kleinere Molkereien keine Überlebenschancen mehr hatten, wurde der Molkerei-Betrieb 1935 eingestellt und als Milchgeschäft weiter betrieben. Das Haus direkt an der Durchgangstraße von Rosenthal wurde 1956 umgebaut und am 1. Dezember des gleichen Jahres ein Lebensmittel-Geschäft sowie ein Café eröffnet. Jetzt stieg Konrad Tölke in das Geschäft mit ein, zuvor hatte er eine dreijährige Lehre als Einzelhandelskaufmann absolviert. „Das Geschäft lief von Anfang an gut, deshalb haben wir bereits 1959 unseren großen Garten mit ins Café integriert“, sagt er.

1972 übernahm Konrad Tölke das Familienunternehmen von seinen Eltern und führte es zusammen mit seiner Frau Ruth weiter.

Eine gravierende Zäsur stand 1983 an. Bei einer Ersteigerung erwarb Konrad Tölke das Landgasthaus „Lindenkrug“ in Berkum. Und wieder standen umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten an. Trotz hoher Aufwendungen war der Kauf für das Ehepaar Tölke wirtschaftlich ein Erfolg. So wurde zum Beispiel die Doppel-Kegelbahn zeitweise von 65 Kegelclubs genutzt. Auch die Möglichkeit, in dem dort vorhandenen Saal zu feiern, wurde reichlich in Anspruch genommen. Nicht zuletzt auch wegen der Kochkünste von Ruth Tölke. „Meine Mutter konnte gut kochen, von der habe ich sicherlich viel mitbekommen“, erklärt sie. Im Jahr 2008, also genau nach 25 Jahren, hatte der geschäftliche Ausflug nach Berkum ein Ende. Die Stadt Peine kaufte den Komplex, der heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird.

Ein altes Dokument der Molkerei-Rosenthal

Ein altes Dokument der Molkerei-Rosenthal

Quelle: Hartmut Heuer

Ruth und Konrad Tölke konzentrierten sich jetzt auf ihr Café, das Lebensmittelgeschäft war bereits 1992 aufgegeben worden. Torten und Kuchen aus eigener Herstellung waren jetzt die Renner.

„Es war einfach eine schöne Zeit“, blickt Konrad Tölke schon etwas wehmütig zurück. Gern erinnert er sich an das Schüsseltreiben der Jäger oder an Gäste, die seinen Humor liebten. „Erst wenn du uns einen Witz erzählt hast, bestellen wir“, bekam der Gastwirt immer mal wieder zu hören. Er tat es gern und könnte ein kleines Buch mit all den Anekdoten schreiben. Bedanken möchten sich das Ehepaar Tölke bei allen Mitarbeitern und bei allen Gästen aus nah und fern.

Von Hartmut Heuer

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