Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Tödlicher Unfall: Freispruch

Amtsgericht Peine Tödlicher Unfall: Freispruch

Hat ein Motorradfahrer falsch reagiert, als er versuchte, einem Radfahrer auszuweichen und dennoch mit diesem zusammenstieß? Der Radler starb an den Folgen. Das Amtsgericht entschied „Nein“ und sprach einen 38-jährigen Ilseder vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung frei.

Peine. Mit 75 Stundenkilometern war der Ilseder am 21. Mai 2009 auf der Bundesstraße 65 in Richtung Peine unterwegs, als in Höhe Handorf ein Fahrradfahrer die Straße überquerte und ihm die Vorfahrt nahm.

Der Motorradfahrer bremste und versuchte, nach links auszuweichen, stieß aber gegen den Radfahrer. Dieser stürzte und zog sich eine schwere Beckenfraktur zu. Diese Verletzung war nach Angaben der Nebenkläger so schwerwiegend, dass der 70-Jährige nach dem Unfall bleibende Schäden erlitt. Im Dezember wurde der Mann deshalb wieder ins Krankenhaus eingeliefert, wo er vor wenigen Tagen verstarb.

In seinem Gutachten legte der Sachverständige dar, dass sich der Unfall auch mit einer Geschwindigkeit von 68 oder 72 Stundenkilometern nicht hätte vermeiden lassen. Er nahm an, dass der Fahrradfahrer mit einer Geschwindigkeit von sechs Stundenkilometern unterwegs war. Der Motorradfahrer musste sich innerhalb von zwei Sekunden für eine Aktion entscheiden. Die Entscheidung zum Ausweichen wollte der Sachverständige dem 38-Jährigen nicht zum Vorwurf machen.

Die Nebenklage vertrat eine andere Ansicht. Sie war der Meinung, dass der Ilseder durchaus geradeaus hätte weiterfahren können. Der Radfahrer hätte die Straße überquert, und die beiden Beteiligten wären nicht miteinander in Berührung gekommen. Da fragte die Richterin aufgebracht: „Sie wollen, dass er draufhält?“ Die Nebenkläger verwiesen auf die eindeutig einzusehende Verkehrssituation und deren gute Einschätzbarkeit.

Dieser Argumentation folgte das Gericht nicht und schloss sich stattdessen dem Staatsanwalt an. Die Richterin wies auf den Umstand hin, dass man dem Motorradfahrer keinen subjektiven Vorwurf aufgrund seines Ausweichmanövers machen könne. So erging das Urteil: Freispruch.

Mike Fleske

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr