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Tod der Töchter bricht Eltern das Herz

Landgericht Stade Tod der Töchter bricht Eltern das Herz

Die Verzweiflung der Eltern ist zum Greifen. Die Mütter und Väter der auf dem Cuxhavener Campingplatz getöteten Nadine T. und Anne G. ringen um Fassung, schluchzen, weinen, werden still, setzen von Neuem an, um auszudrücken, was nicht in Worte zu fassen ist. Ihnen gegenüber auf der Anklagebank sitzt Thomas H. aus Peine, der mutmaßliche Mörder ihrer Töchter.

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Ein Polizeibeamter sicherte den Zugang zum Campingplatz in Cuxhaven-Sahlenburg nach der Bluttat: Das Verbrechen an den beiden 27-jährigen Frauen hatte die ganze Stadt erschüttert.

Quelle: archiv

Stade . Mord und Totschlag sind vor dem Landgericht Stade angeklagt: In sich gekehrt kauert der 30-jährige Peiner Thomas H. auf der Anklagebank des Landgericht Stade, den Kopf gesenkt, still weinend. Vor einem halben Jahr, so hat er zugegeben, tötete er die innig geliebten, erwachsenen Kinder der verzweifelten Eltern. Gestern schilderten die Angehörigen, die dieses Verbrechen ihr Leben verändert hat.

Der 26. August vergangenen Jahres riss ein tiefes Loch in das Leben der Familien. Gegen 4.20 Uhr tötet der 30-jährige Gabelstaplerfahrer aus Peine mit einem Küchenmesser seine Ex-Freundin Nadine T. und deren Freundin Anne G., beide 27 Jahre alt, beide aus aus Winsen an der Aller auf dem Campingplatz an der Wernerwaldstraße in Cuxhaven durch zahlreiche Stiche. Er gesteht die Tat noch am selben Tag, als die Polizei ihn in Peine festnimmt.

Warum? Was trieb den jungen Mann zu der Bluttat? Diese Fragen quälen den Vater, Dietmar G., seit er erfuhr, dass seine lebenslustige, sozial engagierte Tochter Anne von Thomas H. umgebracht worden ist. War es allein dessen Eifersucht?

In der Sauna bekam er die Nachricht vom Tod seiner Anne. Seitdem kämpfen er, seine Frau Barbara und Annes Bruder und Schwester Tag und Nacht gegen endlose Traurigkeit, die sie fast ohnmächtig mache. Dennoch, das Leben müsse weiter gehen, wobei dem Leiter einer Jugendeinrichtung des Deutschen Roten Kreuzes der Zusammenhalt in der Familie und der Schulterschluss mit Kollegen und Freunden im Wohnort Einbeck sehr geholfen haben. Annes Eltern wirkten relativ gefasst, antworteten mit fester Stimme auf die Fragen des Richters, schauen aber kein einziges Mal in Richtung des Angeklagten.

Die Eltern von Nadine T., Margret und Uwe T., hat der Tod ihrer Tochter komplett aus der Bahn geworfen. Beide sind seitdem arbeitsunfähig, nehmen Medikamente und befinden sich in psychologischer Behandlung. Der Vater ist Frührentner. Er befand sich auf dem Weg nach Cuxhaven, als er aus dem Radio von der Bluttat hörte und sich seine Befürchtungen bis kurz vor dem Eintreffen auf dem Campingplatz zur Gewissheit verdichteten.

Am Montag, 18. Januar, wird der Prozess fortgesetzt.

Thomas Sassen

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