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Tierärztin rettet Hunde aus Mallorca

Peine Tierärztin rettet Hunde aus Mallorca

Die Peiner Tierärztin Dr. Friederike Schmidt bringt Hunde aus Mallorca nach Deutschland. Etwa 400 waren es bisher. Die Tiere stammen aus sogenannten Perreras – Tierheimen mit Tötungsstation. Meist leben die Hunde dort nur wenige Wochen.

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Gerettet: Dr. Friederike Schmidt mit der bereits vermittelten Hündin Leila (großes Bild). Rüde Floyd war während seines Tierheim-Aufenthalts auf Mallorca völlig unterernährt (rechts).

Quelle: azi/oh

Peine. Konzentriert betrachtet Schmidt die Internetseite von Son Reus, dem städtischen Tierheim von Palma – der Hauptstadt Mallorcas. Dort sind alle aufgenommenen Hunde zu sehen: „Der ist vermutlich schon tot. Der hier auch“, sagt Schmidt, während sie die Liste auf dem Bildschirm entlang geht.

Ein Fundtier mit Chip hat in Son Reus zweieinhalb Monate Zeit. Wird es nicht abgeholt oder an ein neues Zuhause vermittelt, folgt die Tötung. Bei Hunden, die vom Besitzer abgegeben wurden, beträgt die Frist nur 14 Tage. Vor fünf Jahren hat Schmidt begonnen, ausgewählte Tiere zu retten. „Eine Freundin lebt auf Mallorca. 2006 bat sie mich, mir einen Hund in Son Reus anzusehen. Dabei habe ich ein Tier entdeckt, das meiner verstorbenen Hündin unglaublich ähnlich sieht. So ging es los“, erinnert sich Schmidt.

Mittlerweile hat die Tierärztin etwa 400 Hunde nach Deutschland gebracht und vermittelt. Ihre Freundin Susanne Krause und ein Helfer-Netzwerk unterstützen sie. „Eine Bekannte begutachtet die Tiere in Son Reus. Eine Deutsche mit einer Finca auf Mallorca, nimmt die Hunde dann bis zu ihrer Ausreise auf“, erklärt Schmidt. Sogenannte Flug-Paten überführen die Tiere in das Peiner Land, wo schließlich Pflegestellen die Hunde  aufnehmen.

Dem Argument, dass es auch vor Ort Tierheim-Hunde gibt, setzt Schmidt entgegen: „Familientaugliche Hunde sind in Deutschland schnell vermittelt. Vor allem Problemhunde warten lange auf ein neues Zuhause.“

Etwas anderes sei der Handel mit Rasse-Welpen aus Osteuropa. „Wühltisch-Welpen sind oftmals ungeimpft und krank. Die Mütter sitzen in dunklen Verschlägen und bekommen dort einen Wurf nach dem anderen“, erklärt die Peiner Tierärztin. „Wer diese Hunde kauft, hält das Geschäft mit ihnen am Leben. Aber hinter den Hunden aus Mallorca steckt kein Geschäft. Sie sind aussortiert.“

azi

Helfer gesucht

Um weitere Hunde zu retten, sucht Dr. Friederike Schmidt nach zusätzlichen Flug-Paten und Pflegestellen. Interessenten können sich melden unter der Telefonnummer 05171/ 48161 oder unter der Nummer 0171/ 8398462. Dabei müssen die Flug-Paten nicht extra nach Mallorca reisen. „Wer seinen Urlaub dort verbringt, kann auf dem Rückflug einen Hund mitnehmen“, erklärt Schmidt. Die zusätzlichen Kosten werden durch Spenden finanziert und vorläufig von der Tierärztin übernommen. Wer sich für einen Hund aus Mallorca interessiert, kann sich ebenfalls unter den oben genannten Nummern melden. Die Tiere sind geimpft und in Schmidts Praxis untersucht. „Bestellungen per Foto über die Seite von Son Reus gibt es allerdings nicht“, so die Tierärztin. Derzeit suchen unter anderem ein schwarzer Flat-Coated Retriever-Mischling und eine kleine Pinscher-Hündin ein neues Zuhause.

azi

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