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Thu Nga: Drama endet glücklich

Peine Thu Nga: Drama endet glücklich

Am Ratsgymnasium wird gefeiert: Nach der Zeugnis-Übergabe liegen sich ausgelassene Abiturienten in den Armen. Besonders glücklich ist Thu Nga Wedekind.

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Thu Nga Wedekind (4. von links) im Kreise ihrer Freunde, Familienangehörigen und Förderer.

Quelle: im

Peine . „Der hohe Preis hat sich gelohnt“, strahlt sie. Die Last von fünf Jahren harter Arbeit und Entbehrungen ist von Thu Ngas Schultern gefallen. Denn ihre Schullaufbahn verlief anders, als bei den meisten Teenagern.

2004 wurde ihre Familie nach Vietnam abgeschoben. Nur durch die Unterstützung von Schule und Kirche konnte Thu Nga nach Peine zurückkehren und ihren Abschluss machen. Dafür musste sie ihre Familie in Hanoi zurücklassen – 10 000 Kilometer entfernt. „Wir kamen uns vor wie Kriminelle“, erinnert sich Thu Nga an die Nacht im Dezember 2004.

Die Familie Van hatte mit ihren drei Kindern im Gemeindehaus der evangelischen St.-Jakobi-Gemeinde in Peine Unterschlupf gesucht, da ihnen die Abschiebung drohte. Gerade als Thu Nga eingeschlafen war, kam die Polizei, führte die Familie ab und brachte sie direkt zum Flughafen. „Ich war total traurig, weil ich wusste: Das alles sehe ich so schnell nicht wieder.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte die Familie zwölf Jahre lang in Deutschland gelebt. Thu Nga kannte Vietnam nur aus den Erzählungen ihrer Eltern.

Am Morgen darauf erfuhren ihre Freunde und Lehrer von der Abschiebung. „Ich wusste sofort, dass Thu Nga in Vietnam keine Zukunft haben würde“, sagt Sandy Aé, die damalige Klassenlehrerin. Denn die damals 14-Jährige sprach kaum Vietnamesisch, und die Familie lebte in Hanoi zu fünft in einem Zimmer. Gemeinsam mit der Schulelternrats-Vorsitzenden Christiane Rumpeltes gründete sie den „Runden Tisch Thu Nga“, der fortan alle Hebel in Bewegung setzte, um das Mädchen nach Deutschland zurückzuholen.

Immer wieder seien neue bürokratische Hürden aufgebaut worden. Doch dann wurde ein Adoptionsverfahren eingeleitet, das Thu Nga im Juni 2005 die Rückkehr nach Deutschland ermöglichte.

14 000 Euro hat der „Runde Tisch“ für Thu Nga und ihren behinderten Bruder Minh Duc gesammelt. Jetzt wird das Konto aufgelöst.

tk/epd

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