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„Tatütata“ heißt: Platz da

Kreis Peine „Tatütata“ heißt: Platz da

Menschen in Gefahr: Die Retter nahen mit Blaulicht und Martinshorn. „Tatütata“ hallt durch die Straßen. Aber nicht immer machen die anderen Verkehrsteilnehmer Platz.

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Schwerer Unfall während eines Einsatzes: Dieser Rettungswagen rammte einen Renault Megane.

Quelle: archiv

Kreis Peine. „Manchmal denke ich, es ist Desinteresse, wenn wir im Einsatz sind und die Fahrzeuge nicht ausweichen“, sagt Florian Wachslmann, Rettungsdienstleiter beim Arbeiter-Samariter-Bund. Schon häufig hat er gefährliche Situationen im Einsatz erlebt. Einmal war er sogar selbst in einen Unfall verwickelt.

Nur ungern erinnert er sich: „Wir waren mit einem Patienten auf dem Weg nach Hannover“, erzählt er. Auf der Celler Straße war er mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs.
Vor ihm wollte ein Fahrzeug links abbiegen, zog dann nach rechts rüber. „Ich dachte, der Fahrer wollte uns Platz machen, obwohl er den Blinker noch nicht ausgeschaltet hatte.“ Plötzlich sei der Wagen doch nach links herübergezogen – und es krachte. Wachsmann bekam einen Teil der Schuld an dem Unfall.

Etwa acht Einsätze am Tag fahren die Helfer vom Rettungsdienst. Ein Problem sei sicher, dass viele Fahrzeuge gut isoliert sind und die Fahrer das Martinshorn erst spät hören. Dafür haben die Rettungsdienste beim Blaulicht nachgerüstet und Fahrzeuge mit leistungsstarken LED-Lampen ausgestattet. „Licht und Hörner sind heute zudem im Kühlergrill untergebracht“, sagt Wachsmann.

Dadurch würden die Fahrer auf Ohrenhöhe beschallt und auf Augenhöhe angeleuchtet. Trotzdem wünscht sich der Rettungsdienstleiter, dass andere Fahrer schneller und besser reagieren, wenn sie einen Rettungswagen sehen. „Das gilt auch für Polizei-Wagen oder Feuerwehr-Autos“, sagt er. Immer wieder erlebt er, dass Fahrer an Kreuzungen ihr Recht in Anspruch nehmen und bei grün über die Ampel fahren. „Manche schauen einen dabei noch ungläubig an, obwohl wir im Einsatz besondere Rechte genießen“, sagt Wachsmann.

pif

HINTERGRUND

Wege- und Sonderrechte

„Rettungswagenfahrer haben ein vierfach höheres Risiko bei einem Unfall getötet zu werden“, sagt Peines Polizei-Sprecher Stefan Rinke. Acht Mal höher ist das Risiko schwer verletzt zu werden.

Dabei können sich Rettungswagenfahrer auf besondere Wegerechte berufen, wenn sie mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind. „Für andere Fahrer ergibt sich daraus die Pflicht, freie Bahn zu schaffen“, sagt er. Dabei gibt es die Möglichkeit, an den Straßenrand zu fahren oder anzuhalten. Auf mehrspurigen Strecken sollten Gassen für Rettungswagen und Polizei freigehalten werden.

Dabei schützen Blaulicht und Martinshorn nicht vor einem Knöllchen. Rinke selbst ist schon einmal bei einem Einsatz geblitzt worden. „Wir müssen dann eine Stellungnahme schreiben und den Einsatz als Beweis melden. Dann wird das Verfahren eingestellt“, sagt er.

Sonderrechte dürfen auch von Zivilfahndern in Anspruch genommen werden, ohne dass sie sich mit Blaulicht oder Martinshorn bemerkbar machen. Allerdings werden andere Verkehrsteilnehmer in diesem Fall nicht in die Pflicht genommen, den Fahrzeugen der Zivilfahnder Platz zu machen.

pif

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