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Stadt Peine Eheprotokoll mit Kampf-Choreographie überzeugte nicht
Stadt Peine Eheprotokoll mit Kampf-Choreographie überzeugte nicht
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00:18 02.02.2019
„Szenen einer Ehe" mit Nele Mueller-Stöfen und Michael Lott: Da unser Fotograf kein Bild machen durfte, veröffentlichen wir dieses Agenturfoto. Quelle: Oliver Fantitsch
Peine

„Szenen einer Ehe“ ist das filmische Kammerspiel-Meisterwerk des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman. Das Stück wurde am Montagabend in den Peiner Festsälen präsentiert – es überzeugte aber nicht.

Johann hat eine Andere! Sie ist 22 Jahre jünger als er, 16 Jahre jünger als seine Frau Marianne. Letztere hat er satt bis zur Oberkante Oberlippe, schon seit langem schwelt, was sich zwischen dem seit zehn Jahren verheirateten Paar dann zum Psychodrama der Leidenschaften und einem Inferno des Zynismus und der Bosheiten entwickeln wird.

Sachverständiges Publikum

Mit „Szenen einer Ehe“ errang nicht nur Ingmar Bergman 1972 Weltruhm, sondern auch die überragenden Darsteller Liv Ullmann und Erland Josephson. In den Festsälen versuchten sich Nele Mueller-Stöfen und Michael Lott unter Regisseur Harald Weiler in einer Produktion des Ernst-Deutsch-Theaters Hamburg vor vermutlich auch einigem sachverständigen Publikum an der Bühnenadaption dieses Eheprotokolls.

Verwirrung und Verdrängung

Verwirrung und Verdrängung, Demütigung bis zur Selbstaufgabe und ein gleichwohl beiderseitiges fast unstillbares sexuelles Verlangen gipfeln letztendlich in einem irrsinnigen Streit um die Unterschrift unter die Ehescheidungsdokumente bis zu einem offenen Ende über inzwischen neue geschlossene Ehen hinaus aufkeimende Liebe zwischen den beiden Kontrahenten.

Eheliche Leere

Ein weites Feld an schauspielerischer Selbstverwirklichung also für das Duo Mueller-Stöfen und Lott, das sie tief durchpflügen könnten mit mimischer Leidenschaft und Inspiration, mit Verve und rollengemäßem Enthusiasmus und mitreißender Spielfreude, um so das Publikum in Atemnot zu versetzen vor Entsetzen, Mitgefühl und Wut und Diskussionsfreude. Peter Schmidt hat eine Bühnenumgebung geschaffen, in der in den Szenen nichts weiter im Wege steht außer ein paar beweglicher Wände, Bett, Sessel oder Sofa – sinnbildlich für die eheliche Leere.

Lustloses Mimenpaar

Dazwischen ein entweder überfordertes oder lustloses Mimenpaar, das eine immense Textlast in unterschiedlicher Lautstärke abspult – nicht mehr und nicht weniger. 25 Minuten vertändelt die zweistündige Inszenierung mit Vorgeplänkel, die anschließenden verbalen Schlägereien wirken kraftlos, sein gestelzter Unsinn und ihre Demütigungen lösen allenfalls Achselzucken aus statt zu provozieren, die Bettszene wirkt einschläfernd und die als offenbar Höhepunkt der Inszenierung gemeinte Prügelei – für die Rainer Wolke gar als Kampfchoreograph engagiert wurde - so aufgesetzt wie bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Daran ändert auch nicht, dass er im Verlauf der Aufführung auf der Bühne mehrfach Socken und Hosen wechselt und sie ihren schwarzen Slip unter dem Kostümrock hervorzaubert.

So gleitet das Drama zuweilen ins Unsägliche ab, statt unter die Haut zu gehen. Ingmar Bergman dreht sich im Grabe um.

Von Ulrich Jaschek

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