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Strom abgezapft: Amtsgericht verurteilt Vater und Sohn

Peiner Amtsgericht Strom abgezapft: Amtsgericht verurteilt Vater und Sohn

Als der Strom wegen nicht bezahlter Rechnungen, abgestellt wurde, griffen ein 45-Jähriger und sein 19-jähriger Sohn kurzerhand zur illegalen Selbsthilfe und zapften den Hauptverteiler im Keller an. „Entziehung elektrischer Energie“ lautete der Vorwurf vor dem Peiner Amtsgericht.

 Peine. Die beiden arbeitslosen Männer versorgten zwischen Mai 2009 und April 2010 ihre Wohnung mit dem geklauten Strom des Mehrfamilienhauses. Sie klemmten eine zusätzliche Leitung an den Verteiler und leiteten den Strom auf diese Weise in ihren Wohnraum. Kühlschrank, Waschmaschine sowie Fernseher und Computer wurden auf diese Weise betrieben.

Demnächst müssen Vater und Sohn aus der Wohnung ausziehen, da sie zu groß für beide ist und das Sozialamt die Kosten nicht mehr trägt. Die Männer verursachten mit dem Stromdiebstahl einen Schaden von rund 700 Euro. Vor Gericht räumten sie die Tat ein: „Wir hatten beide die Idee.“ Die Geldnot begründeten sie mit den extrem hohen Kosten für ihr Auto. Das wiederum hätten sie gebraucht, um für die Jobsuche mobil zu sein. Der entstandene Schaden ist mittlerweile beglichen. „Wir haben eine Nachzahlung des Kindergeldes für die Begleichung der Schulden verwendet“, erläuterte der 45-Jährige.

Während er sich vorher noch keine Straftaten zuschulden kommen lassen hat, war sein Sohn bereits wegen Diebstahls verurteilt worden. Zudem fiel er immer wieder als Schulschwänzer auf. Für ihn galt im Prozess das Jugendrecht, da er zur Tatzeit 18 Jahre alt war. Das Gericht verurteilte die beiden Angeklagten wegen des Stromdiebstahls. Der 19-Jährige muss ein Jahr lang an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen und 400 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der 45-Jährige bekam eine Geldstrafe von 450 Euro.

fl

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