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Steuer: Hunderte Datensätze falsch

Landkreis Peine Steuer: Hunderte Datensätze falsch

Es sollte lediglich ein Formschreiben sein, das etwa 55 000 Peiner in diesen Tagen vom Finanzamt erhalten. Nur mal kurz drüberlesen, prüfen ob die Daten zur Ermittlung der Lohnsteuer stimmen, und das war’s. Doch die Angaben wie die Steuerklasse sind offenbar häufiger falsch als gedacht. Hunderte Peiner sind möglicherweise betroffen – und müssen jetzt doch aktiv werden.

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So sieht es aus: Das Schreiben mit den Lohnsteuerabzugsmerkmalen, das 55000 Peiner in diesen Tagen erhalten.

Quelle: mic

Peine. Hintergrund ist die Umstellung auf die elektronische Lohnsteuerkarte, die zum Jahreswechsel 2011/12 die Papier-Lohnsteuerkarte ersetzt. Deshalb werden seit Mitte Oktober bundesweit die Briefe mit den elektronischen Lohnsteuer-Abzugsmerkmalen (Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuermerkmale) verschickt. Ist zum Beispiel die angegebene Steuerklasse falsch, kann sich dadurch ein niedrigeres Netto-Gehalt ergeben, weil der Arbeitgeber zunächst mehr Lohnsteuer einbehalten muss.

Ursprünglich ist das Finanzamt in Peine davon ausgegangen, dass die Fehlerquote bei der Übertragung der individuellen Steuerdaten nur bei etwa drei Prozent liegt, doch es zeichnet sich bereits jetzt deutlich ab, dass diese höher liegen wird. Und das, obwohl noch gar nicht alle Schreiben versendet wurden.

Wie Peines Finanzamt-Vorsteherin Doris Heimlich auf PAZ-Anfrage erklärte, erhält ihre Behörde seit die Briefe verschickt wurden täglich etwa 100 Anrufe, hinzu kommen 50 Besucher, die Fragen zur Lohnsteuerkarte haben.

Von derartigen Anfragen bittet Heimlich am heutigen Donnerstag allerdings abzusehen. Denn im Bundeszentralamt werden tagsüber umfangreiche Umstellungsarbeiten an den Programmen und der Datenbank durchgeführt. Deshalb kann das Finanzamt Peine auf die Meldedaten nicht zugreifen. Eine Fehlerquelle liege laut Heimlich möglicherweise beim Einwohnermeldeamt, das falsche Daten an das Bundeszentralamt geliefert haben könnte, wo wiederum die jetzt verschickten Briefe erstellt wurden.

Änderungsanträge liegen beim Finanzamt aus, können aber auch im Internet unter www.ofd.niedersachsen.de heruntergeladen und per E-Mail eingereicht werden.

mic


Fehler in den Steuerdaten

Bei der Übersendung der Mitteilungsschreiben sind teilweise folgende Fehler aufgetreten:

  • Bei Ehegatten, die bereits seit mehreren Jahren die Steuerklassenkombination III/V oder V/III gewählt haben, können die erstellten Mitteilungsschreiben die Kombination IV/IV ausweisen.
  • Im Mitteilungsschreiben steht die Steuerklasse I, obwohl intern die Steuerklasse II zutreffend gespeichert wurde.
  • In den Mitteilungsschreiben fehlte in Einzelfällen der Pauschalbetrag für Menschen mit Behinderung. Die von diesem Fehler betroffenen Arbeitnehmer werden voraussichtlich Anfang November 2011 ein korrigiertes Schreiben erhalten. Wenn das bis Ende November nicht der Fall ist, sollten sich Betroffene an das zuständige Finanzamt wenden.
  • Die Kinderfreibeträge sind nicht zutreffend zugeordnet. Dies betrifft Eltern, die nicht verheiratet sind und auch nicht in einer gemeinsamen Wohnung gemeldet sind.
  • Für Kinder über 18 Jahren müssen die Kinderfreibeträge immer neu beantragt werden.
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