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Stadt Peine So war „Nathan der Weise“ in den Peiner Festsälen
Stadt Peine So war „Nathan der Weise“ in den Peiner Festsälen
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12:14 21.10.2018
Von links: Moslem Saladin (Dennis Habermehl), der jüdische Nathan (Martin Schwartengräber) und der christliche Patriarch (Simone Mende). Quelle: Grit Storz
Peine

Was die Akteure des Theaters für Niedersachsen nun aus Lessings Stück machten, war keine Sensation, keine Neuerung – das war aber gar nicht nötig. Das Thema der „friedlichen Weltgemeinschaft“ ist aktuell und hat in seiner Brisanz auch fast 250 Jahre nach Lessings Tod nichts verloren.

Vielmehr schaffte es die aktuelle Inszenierung wunderbar, Moderne und Klassik zu verbinden und immer wieder Denkanstöße zu geben. Im Bühnenbild wurde wohltuend auf Provokation verzichtet. Andeutungen wie der Feuerlöscher, eine scheinbar trennende Mauer aus Gummibändern, die also eigentlich überwindbar ist, und immer wieder Toneinspieler, um Handlungsorte erlebbar zu machen, regten die Fantasie an.

Nerv des Publikums getroffen

Viele Dialoge waren in einen etwas aktuelleren Sprachduktus „übersetzt“, ohne in Jugendsprache zu verfallen, was dem Ganzen die Schwere nahm. Witzige Gesten trafen den Nerv des jungen Publikums, die etwas älteren Besucher fühlten sich aber auch gut aufgehoben.

Einzig die Lautstärke war, der geschuldet Bühnenausnutzung vor allem im hinteren Teil geschuldet, ein Kritikpunkt. Einer „Regieanweisung“ aus dem Publikum wurde jedoch prompt Folge geleistet und das Verstehen klappte besser.

Natürlich blieb das Stück trotz entstaubter Dialoge und aller Modernität das, was Lessing mit ihm erreichen wollte: ein Anleitung zum Nachdenken, zum Aktivwerden und zum streitbaren Austausch für Toleranz, Menschlichkeit und friedlichem Miteinander. Eine gewisse komische Note in verschiedenen Szenen, Tempo durch „Stühlerücken“ und tolle Spielkunst aller Akteure überzeugten und ließen Raum für eigene Interpretation.

Stürmischer Applaus

Das Finale transportierte abrupt in die Moderne: Maschinengewehrfeuer metzelte die eben noch versöhnten Vertreter der einzelnen Religionen nieder – und verstörte. Erst nach einer Atempause erklang zögernd Applaus und wollte schließlich nicht mehr aufhören. Schwere Theaterkost modern, publikumsfreundlich und doch klassisch serviert: Das Ensemble nahm den tosenden Beifall zu Recht entgegen.

Von Grit Storz

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