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Sexmobil-Prozess: Psychiatrischer Gutachter sagte aus

Prostituierten-Mord Sexmobil-Prozess: Psychiatrischer Gutachter sagte aus

Es bleibt weiter nebulös im Prozess um den Mord an einer Prostituierten im November 2016. Nachdem die Unschuld des ersten Angeklagten erwiesen und dieser wieder frei gelassen wurde, läuft seit Dezember das Verfahren gegen einen 30-jährigen Mann aus Salzgitter.

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In Begleitung seines Anwalts ist der Angeklagte auf dem Weg in den Gerichtssaal.

Quelle: Antje Ehlers

Hildesheim/Peine. Nach weiteren Ermittlungen wird dieser nun der Tat beschuldigt, streitet aber diese aber ab.

Am Mittwoch wurde am Landgericht Hildesheim festgestellt, dass die bei einer Hausdurchsuchung gefundenen Schuhe zwar dem Angeklagten gehören, eine eindeutige Zuordnung zu den am Tatort gesicherten Spuren ließ sich aber nicht feststellen.

Weiter wurden zwei Polizeibeamte angehört, die sich mit den Vernehmungen des Angeklagten und des Hauptbelastungszeugen befassten. Hierbei ging es um die Zuordnung der Handys im Raum um den Tatort. Mehrere Mobiltelefone, deren Nummern mit beiden in Zusammenhang gebracht werden konnten, ließen sich dem Tatort und dem Zeitraum zuordnen. Ergebnislos hingegen verlief die Suche nach dem Ort, an dem eine Party stattgefunden haben soll, auf der sich der Angeklagte während des Tatzeitraums aufgehalten haben wollte.

Der psychiatrische Gutachter Dr. Michael von der Haar, der den Prozess von Anfang an verfolgt hatte, wurde ebenfalls angehört. Er schilderte den Angeklagten als eine ruhige Person, die ihm gegenüber während zweier Gespräche in vernünftiger Atmosphäre in sachlicher Art seine Sichtweise erzählt habe. Eine krankheitsbedingte Störung könne er nicht erkennen, so der Gutachter, lediglich sei auffällig, dass der Beschuldigte Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen habe – sei es, sie zu erkennen oder sie zu äußern.

Mehrere längere Beziehungen deuteten von der Haars Meinung nach jedoch nicht auf krankhaftes Verhalten hin. Da auch die getötete Prostituierte von den Zeugen als selbstbestimmt, aber nicht impulsiv beschrieben wurde, sehe er kaum eine Grundlage für eine Tat im Affekt nach einer Streitigkeit, überließ die Bewertung aber dem Gericht. Eine Motivation aus Gründen der Bereicherung wollte der Gutachter aufgrund der finanziellen Probleme des Angeklagten nicht ausschließen.

Am Montag wird der Prozess vor dem Landgericht Hildesheim weiterverhandelt. Dann soll ein Sachverständiger des Bundeskriminalamtes angehört werden. Von ihm wird sich die Aufklärung über den Ursprung einer Sprachnachricht erhofft.

Von Antje Ehlers

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