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Schlug der Vater seine eigenen drei Kinder?

Peine Schlug der Vater seine eigenen drei Kinder?

„Ich habe dir das Leben geschenkt und genauso schnell  kann es dir auch nehmen“: Mit diesen Worten soll ein Vater aus Ilsede eines seiner drei Kinder bedroht haben. Wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen musste sich der 59-Jährige gestern vor dem Peiner Amtsgericht verantworten.

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Amtsgericht: Ein Ilseder (59) sitzt auf der Anklagebank.

Peine. Ob mit einem Staubsauger-Rohr, einer Metallstange oder der bloßen Hand – immer wieder soll der Ilseder im Winter 2010/2011 alle drei Kinder geschlagen haben. Auch mit der Abschiebung in ein Kinderheim habe er ihnen gedroht. Ein Geständnis wollte der 59-Jährige gestern nicht ablegen. Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen, vielmehr handele es sich um ein Komplott gegen ihn.

Der Taufpate des jüngsten Sohnes habe sich immer stärker in die Familienangelegenheiten eingemischt. „Irgendwann stand die Familie Kopf. Das ist dann eskaliert“, so der Vater. Warum sein ältester Sohn ihn schließlich angezeigt habe, könne er sich nicht erklären. „Es gibt keinen Grund dafür“, so der Vater.

Die Rechtsanwältin der Nebenklage hielt dem 59-Jährigen vor, dass der mittlere Sohn starke Angstsymptome vor ihm zeige und sich deshalb in psychologischer Behandlung befinde.

„Ich will meinen Vater nicht mehr sehen. Ich mag ihn nicht mehr, wegen dem, was er mir alles angetan hat“, erklärte der Elfjährige selbst vor Gericht. „Es scheint da erhebliche Probleme zu geben“, meinte die Richterin zum Angeklagten.

Nach einer früheren richterlichen Anordnung musste der Vater bereits aus der Wohnung der Familie ausziehen und darf sich weder seinen Kindern noch seiner Ehefrau nähern. „Am Anfang ist er vernünftig mit den Kindern umgegangen. Aber dann wurde es nach und nach immer extremer“, erklärte die Mutter.

Alle Übergriffe sollen sich im Zeitraum von November 2010 bis Januar 2011 ereignet haben. Zum genauen Ablauf, den Verletzungen und den Gegenständen, mit denen angeblich zugeschlagen wurde, gab es seitens der Zeugen sehr unterschiedliche Angaben.
Mit der Vernehmung weiterer Zeugen wird die Verhandlung in drei Wochen fortgesetzt. „Aber dass in irgendeiner Form geschlagen wurde, denke ich, ist nicht von der Hand zu weisen“, so das Zwischenfazit der Richterin.

azi

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