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„Schatz oder Schätzchen“

Antiquitätenforum „Schatz oder Schätzchen“

Alte Gemälde oder Münzen: Manches Erbstück ist ein echter Schatz – oder wertloser Plunder. Wie sich der Unterschied feststellen lässt, wurde am Wochenende beim Antiquitätenforum verraten. Sieben Fachleute beschäftigten sich im Kreismuseum Peine gewissenhaft mit den Fragen der Gäste.

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Museumsleiterin Dr. Ulrika Evers und Antiquar Olaf Koch (rechts) begutachten die mitgebrachten Fundstücke.

Quelle: azi

Peine. Kritisch begutachtete Museumsleiterin Dr. Ulrika Evers eine alte Goldrand-Tasse. Dann schüttelte sie langsam den Kopf: „Tut mir leid, die können Sie nur daheim benutzen. Viel wert ist sie nicht.“

Beim elften Antiquitätenforum herrschte im Kreismuseum Peine reger Betrieb. Zahlreiche Bürger präsentierten gegen eine kleine Spende Erbstücke und Dachbodenfunde, um sie von Experten begutachten zu lassen. „Am Ende wissen die Besucher, ob sie Besitzer eines Schatzes oder eines Schätzchens sind“, sagte Evers.

Viele würden den Wert ihrer Funde zu hoch veranschlagen: „Dann ist es traurig, ihnen diesen Zahn zu ziehen“, erklärte sie, „am schlimmsten ist es, dass viele Leute Porzellan mitbringen, das früher richtig viel wert war. Aber im Moment ist der Markt davon überflutet.“

Trotzdem tauchten beim Antiquitätenforum auch kleine Sensationen auf: beispielsweise eine Pfeffermühle, die aus einem Maschinengewehrlauf hergestellt wurde. „Wenn die Stücke einen lokalen Bezug haben oder eine Geschichte aus dem Peiner Leben erzählen, sind sie auch für das Museum interessant“, erklärte Evers.

Zu den Höhepunkten der Fundstücke gehörte ein etwa 100 Jahre alter Reservistenkrug der Braunschweiger „Totenkopfhusaren“: „Nachdem Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig durch Napoleon entmachtet worden war, gründete er im Exil die ‚Schwarze Schar‘“, erklärte Thomas Will, Experte für Militärgeschichte. „Diese Soldaten trugen schwarze Uniformen und am Hut einen Totenkopf. Er zeigte ihren Gegnern, dass sie kein Pardon gewährten, aber auch keines erwarteten.“

Die Tradition dieser Einheit habe bis zum Ende des Ersten Weltkriegs fortgelebt. Auch der eigenwillige Krug sieht aus wie ein Kopf – inklusive aufklappbarer Schädeldecke. „Er gehörte meinem Großvater mütterlicherseits. Seine Orden habe ich auch noch“, betonte Besitzer Werner Brandes.

azi

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