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„Schachnovelle“ mit 
toller Schauspielleistung

Theaterabend in den Peiner Festsälen „Schachnovelle“ mit 
toller Schauspielleistung

Das war wahrlich ein großes Schauspiel am Sonntagabend in den Festsälen: Atemlos verfolgte das Publikum in den ausverkauften Festsälen die preisgekrönte Inszenierung des Euro-Studios Landgraf der „Schachnovelle“ von Stefan Zweig.

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Illustre Gesellschaft: Auf einem Schiff nach Übersee spielt die „Schachnovelle“.

Quelle: kn

Peine. Mit Schachspielen vertreiben sich in den 1930er-Jahren die Passagiere eines Schiffes nach Südamerika die Zeit. Unter ihnen ist der amtierende Schachweltmeister Mirko Czentowic (Daniel Pietzuch), der den Ehrgeiz des Industriellen McConnor (Andreas Klein) weckt. Dieser ist dem Meister haushoch unterlegen. Unterstützung bekommt McConnor überraschend von Dr. Bertram (genial: Gerd Silberbauer), der anscheinend genauso überragend Schach zu spielen vermag, wie Czentowic. Doch Dr. Bertram ziert sich, direkt gegen den Weltmeister anzutreten. In Rückblenden erzählt Dr. Bertram schließlich, unter welch dramatischen Umständen er so zu spielen gelernt hat: Die Nazis hatten ihn monatelang in Isolationshaft gesperrt. Ein gestohlenes Schachbuch war die Rettung vor dem drohenden Wahnsinn. Dr. Bertram hat alle Partien auswendig gelernt und sich darüber hinaus eine faszinierende Strategie erarbeitet, nur im Kopf – ohne Brett, ohne Figuren und ohne Gegner – gegen sich selbst anzutreten. Doch eigentlich geht es nur am Rande um das Spiel. Im Vordergrund steht die Folter der Isolationshaft. In faszinierender Intensität gelingt es dem Schauspieler Silberbauer, das emotionale Chaos des Dr. Bertram nachzuzeichnen. Kulissenwechsel braucht er dazu nicht: Mal ist er an Deck des Schiffes, mal in seinem einsamen Zimmer, dann wieder im Krankenhaus – und die Zuschauer folgen ihm problemlos von einem Ort zum anderen. Vor allem Silberbauers engagierter schauspielerischer Leistung ist ein ganz besonderer Theaterabend zu verdanken. Die Zuschauer geben zurück, was ihnen möglich ist: Sie erheben sich zum Schlussapplaus von ihren Plätzen.

wos

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