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Prozess wegen Messerstecherei im Flüchtlingsheim

Zwei Zeugen widersetzten sich der Ladung Prozess wegen Messerstecherei im Flüchtlingsheim

Vor dem Landgericht in Hildesheim wurde gestern der Prozess gegen einen Flüchtling (25) aus dem Sudan fortgesetzt, dem gefährliche Körperverletzung in der Peiner Asylbewerber-Unterkunft an der Woltorfer Straße vorgeworfen wird.

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Der sudanesische Angeklagte (Mitte) musste sich am Montag vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Rechts sitzt sein Verteidiger.

Quelle: Antje Ehlers

Peine/Hildesheim. Der Angeklagte soll am 27. Juli im Flüchtlingsheim mit einem Mitbewohner in Streit geraten sein. Mit einem Küchenmesser soll der Angeklagte dann auf den Mann aus Sierra Leone eingestochen haben - im Bereich des Kopfes, Halses und Oberkörpers (PAZ berichtete). Das Opfer wurde schwer verletzt.

Der Prozesstag war für die Aussagen mehrerer Zeugen terminiert, die Umsetzung gestaltete sich jedoch schwierig. Erst steckte ein Gutachter im Stau, dann erschienen zwei Zeugen nicht vor Gericht. Einer von ihnen, ein Bewohner der Asylunterkunft, war nachweislich geladen worden und hatte dies auch persönlich bestätigt. Daraufhin veranlasste der Vorsitzende Richter ein Vorführen durch die Polizei, die sich auf den Weg in die Unterkunft machte.

Dort fand man jedoch nur das Zimmer des Zeugen mit heruntergelassenen Rollläden und verschlossener Tür vor, so dass die Öffnung durch einen Schlüsseldienst von der Polizei veranlasst wurde. Er selber blieb unauffindbar. Die andere Zeugin war nur telefonisch erreichbar und gab an, keine Möglichkeit zum Erscheinen vor Gericht gehabt und eine Absage vergessen zu haben.

Die Aussagen, die von zwei weiteren Zeugen gemacht werden konnten, trugen nicht wesentlich zur Aufklärung des Tathergangs bei. Einer habe das Geschehen nicht genau verfolgen können, eine andere habe den Vorfall nur lückenhaft beobachtet und widersprach teilweise ihren vorher bei der Polizei gemachten Angaben.

Lediglich der Rechtsmediziner konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Er stellte fest, „dass die Verletzungen des Opfers nicht lebensbedrohlich waren und die Art der Verletzungen auf ein Küchenmesser schließen lassen“. „Wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf“, appellierte der Staatsanwalt an den Verteidiger, „überzeugen Sie ihren Mandanten, endlich die Wahrheit zu sagen.“ Am Mittwoch wird die Verhandlung fortgesetzt.

ane

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Prozess vor Landgericht
Auf der Anklagebank: Der mutmaßliche Messerstecher (Mitte) mit Dolmetscher und Verteidiger.

Der dritte Verhandlungstag im Prozess gegen einen 25-jährigen Flüchtling (Sudanese) stand am Mittwoch vor dem Landgericht Hildesheim an. Dieser soll im Juli einen Mitbewohner (29) aus Sierra Leone in der Peiner Flüchtlingsunterkunft an der Woltorfer Straße mit einem Küchenmesser niedergestochen und schwer verletzt haben. Jetzt sprach das Opfer erstmals.

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