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Professor Oelke befürchtet Vernichtung der Kröten

Goltzplatz-Bebauung Professor Oelke befürchtet Vernichtung der Kröten

Der Streit um die Bebauung am Peiner Goltzplatz nimmt kein Ende. Am Donnerstag gibt es ab 17 Uhr im Rathaus eine Extra-Ratssitzung zu diesem Thema. Dabei wackelt die rot-grüne Mehrheit, da sich neben der Opposition auch Ratsmitglieder von SPD und Grünen gegen das Projekt aussprechen.

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Peiner Goltzplatz: Der Biologe Professor Dr. Hans Oelke befürchtet, dass durch die Bebauung der Lebensraum der Kröten zerstört wird.
 

Quelle: Anna Gröhl

Peine.  Es geht um den Grünstreifen zwischen der Sportanlage am Goltzplatz und dem Wohngebiet Sundern/Spiegelbergstraße/Kastanienallee, der in zehn Bauplätze umgewandelt werden soll (PAZ berichtete). Der Peiner Biologe Professor Dr. Hans Oelke befürchtet die Vernichtung von Hunderten Kröten durch die Baupläne am Goltzplatz und kritisiert das Vorhaben der Stadt Peine aufs Schärfste.

Oelke gehörte 1978 zu den Gründungsmitgliedern der Peiner Grünen und saß für sie im Stadtrat und im Kreistag. Mit der Bebauung werde der Natur- und Tierschutz missachtet, betont Oelke und schätzt, dass ungefähr 5000 Kröten und viele weitere Tiere im angrenzenden Waldstück am Goltzplatz leben.

Die Bebauung würde dessen Wanderwege zum Laichengebiet Barumer Moor zubauen, sagt der Biologe. „Die Kröten des Herzberges werden so vernichtet.“

Der Ausweich-Lebensraum, die sogenannten Ausgleichsfläche am Rande des Eixer Sees, stellt für Oelke keine Option dar. „Das sind Wildtiere. Die verstehen nicht, dass sie einen anderen Weg wählen sollen. Aber das interessiert die Verantwortlichen hier einfach nicht.“

Ebenso sei die Annahme naiv, dass den Amphibien der Schleichweg über die zehn Grundstücke auf dem grünen Korridor zwischen Moor und Herzberg unter hochgesetzten Zäunen bliebe, sagt der Biologe. „Diese Auflagen werden mit Sicherheit niemals eingehalten oder überprüft“, ist Oelke überzeugt. Kein Besitzer eines umzäunten Grundstückes werde es tolerieren, ungehindert Kröten, Mäuse, Ratten, Marder, Katzen, Hunde, Waschbären und Wildschweine unter seinen Zäunen durchflanieren zu lassen. Aus seiner Sicht bestehe die Naturschutzdebatte um den Goltzplatz nur aus „uneinsichtiger, fachschwacher behördlicher Rechthaberei.“

In der Ratssitzung gibt es nur einen Tagesordnungspunkt: Der Antrag von Jürgen Eggers (Linke) zum Außerkrafttreten des Bebauungsplans Goltzplatz, den Oelke klar befürwortet. Den Stein ins Rollen gebracht hatten Kirsten Seffer (Grüne) und Burkhard Zühlke (SPD). Die beiden Ratsmitglieder hatten angekündigt, zusammen mit weiteren Politikern gegen die Bebauung zu stimmen. Mehr dazu lesen Sie im Text unten.

Von Anna Gröhl

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