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Preishits für „Lust- und Lastkäufer“

Lehrte Preishits für „Lust- und Lastkäufer“

Eine Langspielplatte von Udo Jürgens aus den 70er-Jahren, ein Wohnzimmer-Schrank „Eiche rustikal“, ein buntes Sofa: Wie eine Zeitreise ist der Gang durch das Soziale Kaufhaus in Lehrte. Bald soll es ein ähnliches Geschäft auch in Peine geben.

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Mitglieder der Peiner CDU lassen sich das Soziale Kaufhaus in Lehrte von Leiter Martin Lindenblatt (Dritter von links) und Labora-Chef Reiner Kaste (Zweiter von rechts) zeigen.

Quelle: tk

Lehrte . Gut erhaltene Porzellan-Tassen für einen Euro, Kleider für drei Euro und eine komplette Einbauküche für 300 Euro – das Soziale Kaufhaus in Lehrte bietet alles, was für Schnäppchenjäger und sozial Schwache interessant ist. Davon haben sich neun Mitglieder der Peiner CDU überzeugt, die von Labora-Chef Reiner Kaste und Leiter Martin Lindenblatt durch den mehr als 400 Quadratmeter großen Laden in der Lehrter Innenstadt geführt wurden. Labora ist eine gemeinnützige Gesellschaft.

Kaste sagte: „Wir haben dieses Soziale Kaufhaus im April 2008 eröffnet, und es ist ein Riesenerfolg. Daneben gibt es einen weiteren Laden in Hildesheim und unser Ziel ist es, dass wir auch in Peine so schnell wie möglich ein Geschäft aufmachen können.“ Es gebe dort erfahrungsgemäß „Lust- und Lastkäufer“ – Schnäppchenjäger und sozial Schwache, die auf Gebrauchtwaren-Preishits angewiesen sind.

„Wir kaufen jedoch nichts an, das sind alles Spenden“, betont der Labora-Chef und zeigt auf das prall gefüllte Sortiment. Der Erfolg ist da: Bereits 24500 Kunden sind bis September in den Laden gekommen und der Umsatz liegt bei mehr als 10000 Euro im Monat. Doch Kaste sieht das Soziale Kaufhaus nicht als Konkurrenz zu anderen Geschäften, sondern als notwendige Ergänzung für „arme Leute, die sich sonst keine Möbel leisten könnten“.

Und auch ein zweiter Aspekt sei wichtig: Die Beschäftigung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen im Kaufhaus. In Lehrte sind neben Leiter Martin Lindenblatt, eine Bürokraft, acht Mitarbeiter und sechs Ein-Euro-Jobber tätig. Lindenblatt betont: „Wer hier arbeitet, hat gute Chancen, wieder auf dem Arbeitsmarkt Tritt zu fassen. Wir haben hier 50 Prozent aller Beschäftigten weitervermitteln können – entweder in Jobs oder in Weiterbildungskurse. Darauf sind wir stolz.“

Und da in Lehrte alles so gut läuft, möchte Labora auch in der Peiner Innenstadt ein Soziales Kaufhaus aufmachen. Die Peiner CDU steht hinter dem Projekt. Christoph Plett betont: „Peine hat ein Soziales Kaufhaus nötig, denn die Nachfrage ist da. Das beweist unter anderem die Peiner Tafel mit den vielen Kunden. Und wenn dadurch auch noch weitere Arbeitsplätze geschaffen werden können, ist das noch besser. Wir werden Labora tatkräftig unterstützen.“

Doch Reiner Kaste befürchtet, dass der Landkreis Peine nicht mitzieht „und ein Soziales Kaufhaus aus politischen Gründen ablehnt“. Trotzdem will er sich nach einem geeigneten Standort in der Innenstadt umschauen. Und vielleicht klappt es ja doch mit dem Kreis Peine, denn in den nächsten Tagen will die Leitung des Kreis-Fachdienstes Arbeit das Soziale Kaufhaus in Lehrte besichtigen.

tk

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