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Polizei legt „Diebstahlfallen“ aus

Arbeitsgericht Braunschweig Polizei legt „Diebstahlfallen“ aus

Der auf vielen Feldern ausgefochtene Rechtsstreit zwischen einem Peiner Facharzt und dessen Ehefrau geht weiter. Gestern scheiterte vor dem Arbeitsgericht Braunschweig der Versuch, wenigstens einen Teil der Auseinandersetzungen gütlich beizulegen. Es bleibt allerdings noch die Chance, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

Braunschweig. Kompliziert ist der Fall des in Scheidung lebenden Paares, weil zu viele Facetten eine Rolle spielen. Die Frau des Mediziners war in der Gemeinschaftspraxis beschäftigt, an der ihr Mann beteiligt ist. Mehrfach wurde ihr gekündigt. In allen Fällen reichte sie Klage dagegen ein.

Der gestrige Gütetermin zeigte jedoch einmal mehr, dass der arbeitsrechtliche Streit nur die Spitze des Eisbergs ist. Es geht auch um nicht unbeträchtliche Vermögenswerte und die Nutzungsrechte an Immobilien. Hinzu kommen Vorwürfe, die in den Bereich des Strafrechts fallen. So geht es darum, dass Geld und Lebensmittel aus der Praxis verschwunden sein sollen.

Und offenbar verdächtigt der Arzt die Klägerin. Das führte sogar dazu, dass die Polizei sogenannte Diebstahlfallen in den Praxisräumen auslegte. „Ohne Ergebnis“, wie der Anwalt der Frau, Michael Ebeling, vor dem Arbeitsgericht süffisant betonte. Dafür sei aber der beklagte Facharzt widerrechtlich in die von seiner Mandantin genutzte Wohnung eingedrungen. Dass ihr Mandant in der Wohnung war, bestritt auch die Prozessbevollmächtigte des Mediziners, Dr. Bettina Schleicher, nicht. Dabei sei aber alles ganz legal zugegangen, betonte die Rechtsanwältin. Trotz des streckenweise gereizten Tonfalls versicherten beide Seiten, sie seien weiter an einer einvernehmlichen Lösung interessiert.

„Dann wäre das eigentlich ein klassischer Fall für eine Mediation“, sagte Richter Lutz Bertram dazu. Diese Form der außergerichtlichen Konfliktbewältigung sei jetzt auch in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen möglich. Zuständig sei eine Richterin des Arbeitsgerichts Hannover. Die Anmerkung ließ die beiden Anwälte aufhorchen. Offenbar wollen sie mit ihren Mandanten diesen Weg diskutieren. Kommt allerdings keine Einigung zustande, sehen sich die Parteien Anfang Mai vor Gericht wieder.

jkr

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