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Stadt Peine Peinerin wehrt sich gegen geplante Hochhäuser vor ihrer Haustür
Stadt Peine Peinerin wehrt sich gegen geplante Hochhäuser vor ihrer Haustür
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22:00 21.09.2018
Reinhild Decker vor den im Abriss befindlichen Malz-Silos. Die 73-Jährige kritisiert die Höhe der geplanten Bebauung auf dem Gelände. Quelle: Tobias Mull
Peine

Knapp 130 Unterschriften hat Decker bereits gesammelt – von Anwohnern, Passanten und auch Mitarbeitern der nahegelegenen Schule. Alle würden sich gegen die aktuellen Bebauungspläne aussprechen. „Vielen Anwohnern war die Dimension der geplanten Bebauung gar nicht bewusst“, so Decker. „Die Häuser hier im näheren Umfeld haben höchstens drei Geschosse – die Pläne sehen hingegen eine Siebengeschossigkeit vor. Das ist doch völlig überdimensioniert.“

In der Begründung der Stadt heißt es dazu, dass „die wieder Nutzbarmachung des Geländes als urbanes Gebiet unter Berücksichtigung der Vorprägung geschehen soll“ – und der Bereich sei eben hinsichtlich der Höhenentwicklung durch die Mälzerei vorgeprägt. Reinhild Decker, die seit 50 Jahren in ihrem Haus an der Theodor-Heuss-Straße wohnt, kann das nicht nachvollziehen. „Wie kann man etwas als stadtprägend bezeichnen, das immer falsch war“, sagt sie mit Blick auf die sich gerade im Abbruch befindlichen Silos.

Die geplante Bebauung auf dem ehemaligen Mälzerei-Gelände. Quelle: Stadt Peine

Die 73-Jährige unterstreicht, dass sie sich nicht komplett gegen die Bebauung stellt. Es gehe ihr vor allem um die Dimension der „beiden Türme“, wie sie die beiden bis zu siebengeschossigen Gebäude nennt, die nach den bisherigen Plänes des Investors vor ihrem Haus entstehen sollen.

Decker fürchtet allerdings zudem ein Verkehrschaos, sollten am Ende wirklich 120 Wohnungen auf dem Gelände entstehen. „Schon jetzt ist fast kein Durchkommen, wenn es etwa Veranstaltungen in den Festsälen gibt“, so die Anwohnerin.

Die 73-Jährige hofft nun, dass die Pläne für das Gelände entlang der Theodor-Heuss-Straße während der anstehen Ratssitzung am kommenden Donnerstag nochmals ausgiebig diskutiert und dann vielleicht sogar geändert werden. „Wir wollen einfach keine Hochhäuser an unserer Straße“, spricht sie vielen Anwohnern aus der Seele.

Das sagt die Stadt zur Anwohner-Kritik

Die geplante Bebauung an der Theodor-Heuss-Straße trifft bei zahlreichen Anwohnern auf Unverständnis (siehe Text oben), vor allem die maximale Höhe der Bebauung ist vielen ein Dorn im Auge. Die PAZ fragte bei der Stadt nach, warum dort siebengeschossig gebaut werden können soll.

„Durch die Mälzerei ist der Bereich hinsichtlich der Höhenentwicklung vorgeprägt“, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Rathaus. Die aktuellen Festsetzungen würden dabei jedoch hinter denen des Altplans (sechs und mehr Vollgeschosse) zurückbleiben.

Adäquate Nachverdichtung

„Es ist zu erwarten, dass die gegliederten und gestalteten Fassaden der Wohngebäude nicht die städtebauliche Dominanz zeigen werden, wie es die meterhohe weiße Wand sowie das Silo der Mälzerei bisher getan haben“, so die Stadtverwaltung weiter. Die aktuelle Pläne würden durch sparsamen Umgang mit Grund und Boden auf diesen innerstädtischen Flächen eine adäquate Nachverdichtung und einen städtebaulichen Akzent ermöglichen.

„Unter Zugrundelegung einer üblichen Geschosshöhe dürften sich durch die Neubebauung gestaffelte Gebäudehöhen zwischen etwa zwölf und etwa 21 Metern in dem Gebiet einstellen“, heißt es weiter in der Stellungnahme. In Relation zum vorhandenen Silo mit etwa 40 Metern Höhe sei dies eine deutliche Einschränkung.

Die Stadtverwaltung unterstreicht in ihrer Stellungnahme, dass der Bebauungsplan lediglich die zulässige Anzahl an Vollgeschossen festsetze. Ein Unterschreiten der Festsetzung sei möglich. Die PAZ wollte vom Investor wissen, ob er sich auch eine niedrigere Bebauung vorstellen könne – eine Anfrage blieb jedoch unbeantwortet.

Eine weitere Ansicht der geplanten Bebauung. Quelle: Stadt Peine

Von Tobias Mull

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