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Stadt Peine Nach Feuer: Peiner fühlt sich im Stich gelassen
Stadt Peine Nach Feuer: Peiner fühlt sich im Stich gelassen
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00:18 04.10.2018
Nach dem Feuer in seinem Mietshaus steht Michael Jörns inmitten der Überreste des ehemaligen Schlafzimmers. Noch immer riecht alles stark nach Rauch. Quelle: Antje Ehlers
Peine

Nach dem Feuer war Jörns und seiner Frau von der Stadt angeboten worden, in die Obdachlosenunterkunft am Lehmkuhlenweg zu ziehen. Dies war für den 59-Jährigen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der ausschließlich in Nachtschicht tätig ist, nicht vorstellbar. „Wie soll ich denn da tagsüber zur Ruhe kommen und schlafen?“, fragt er.

Jörns spricht von „unannehmbaren Bedingungen“

Zudem erlitt seine Frau am Nachmittag des 9. Juli einen Unfall und musste operiert werden. Da sei die Unterkunft für eine ausreichende Regeneration nicht geeignet, so Jörns. Er fügt hinzu: “Uns sind zudem für die Aufnahme am Lehmkuhlenweg unannehmbare Bedingungen gestellt worden.“

Dies könne seitens der Stadt nicht bestätigt werden. Der städtische Mitarbeiter habe die für eine Abwendung der Obdachlosigkeit geltenden Rahmenbedingungen sachgerecht aufgezeigt, sagt Petra Neumann, Sprecherin der Stadt Peine.

Das durch das Feuer zerstörte Haus. Quelle: Antje Ehlers

Aufgrund seiner Arbeitszeiten und der gesundheitlichen Einschränkungen kam ein Aufenthalt am Lehmkuhlenweg für Jörns vorerst nicht infrage. Zurzeit wohnt Das Ehepaar in einem einfachen Hotel. „Auf eigene Rechnung“, wie Jörns betont.“Wir möchten gern in Peine bleiben, meine Frau ist hier verwurzelt, aber es ist schwierig, eine geeignete Wohnung zu finden.“ Beide sind enttäuscht von der Stadt und fühlen sich im Stich gelassen, da keine angemessene Unterkunft angeboten worden sei. Nun hoffen sie auf Unterstützung aus der Bevölkerung.

Stadt äußert sich zu den Vorwürfen

Auf Nachfrage der PAZ äußert sich Petra Neumann, Sprecherin der Stadt Peine, zu den Vorwürfen wie folgt:

„Zwischen dem für die städtischen Unterkünfte vor Ort zuständigen Mitarbeiter und dem durch den Brand Geschädigten hat es mehrere – ergebnislose – Telefonate gegeben. Vom städtischen Mitarbeiter wurden wiederholt Gesprächsangebote vor Ort unterbreitet, die allesamt nicht angenommen wurden. Vor dem Hintergrund, dass zwischen diesen Telefonaten jeweils mehrere Tage und Wochen lagen, musste davon ausgegangen werden, dass keine akute Obdachlosigkeit bestand.

Dem Vorwurf, der städtische Mitarbeiter habe nicht angemessen reagiert beziehungsweise wäre unfreundlich gewesen, kann von hier aus nicht bestätigt werden. Der städtische Mitarbeiter hat in den geführten Telefonaten die für eine Abwendung bestehenden Rahmenbedingungen sachgerecht aufgezeigt. Inwieweit das aus Sicht des Herrn nicht zufriedenstellende Ergebnis eventuell zu seiner Einschätzung geführt hat, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Sofern die Notlage weiterhin besteht, kann sich der Herr jederzeit weiterhin an die Stadt Peine wenden.

Zum Hintergrund: Die Stadt Peine hat als Ordnungs- und Gefahrenabwehrbehörde Maßnahmen zu ergreifen, um eine akute Obdachlosigkeit abzuwenden. Hierzu werden in erster Linie Räumlichkeiten der Obdachlosenunterkunft am Lehmkuhlenweg vorgehalten. Der Wohnstandard ist sehr schlicht.

Die Gespräche vor Ort mit potenziellen Obdachlosen haben das Ziel, den konkreten Bedarf zu ermitteln und die Unterbringungsmöglichkeiten mit den Obdachlosen oder mit den von einer Obdachlosigkeit bedrohten Person zu erörtern und individuell eine Lösung zu finden. Mit der Abwendung der Obdachlosigkeit endet die Zuständigkeit der Stadt Peine.

Bei Bedarf finden wohnungslose Menschen Hilfe unter anderem auch bei der Ambulanten Hilfe in Peine.“

Von Antje Ehlers

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