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Stadt Peine PUT: Warnstreik und Strafantrag wegen Insolvenzverschleppung
Stadt Peine PUT: Warnstreik und Strafantrag wegen Insolvenzverschleppung
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11:00 12.01.2018
Warnstreik auf dem Betriebsgelände der Peiner Umformtechnik. Rund 150 Beschäftigte demonstrierten für mehr Lohn und machten auf die Situation bei der PUT aufmerksam.  Quelle: Michael Lieb
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Peine

Rund 150 Beschäftigte der Peiner Umformtechnik (PUT) sind gestern Mittag dem Aufruf der IG Metall gefolgt und haben auf dem Betriebsgelände an der Woltorfer Straße für sechs Prozent mehr Lohn demonstriert. Den Schraubenhersteller treiben derzeit allerdings ganz andere Sorgen um. Die Firma steckt in einer Krise. Mittlerweile beschäftigt sich auch die Justiz mit der PUT.

Video:

Bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim ging ein Strafantrag auf Insolvenzverschleppung ein (siehe unten). Dass die möglicherweise drohende Zahlungsunfähigkeit eine der größten Ängste in der insgesamt 260-köpfigen Belegschaft ist, zeigten gestern auch die Protest-Transparente mit der Aufschrift „Insolvenz und Liquidation? Bei der Hanse IK Tradition!“ Die Hanse Industriekapital mit Sitz in Hamburg ist Gesellschafter der PUT.

Auf einem anderen Transparent, das die 22 Azubis des Peiner Traditionsunternehmens angefertigt haben, wiederholt sich die Kritik in diese Richtung: „Zukunftsvernichter Hanse IK“ prangte darauf. Die Sorge vieler Beschäftigter sei eben, dass der Gesellschafter kein Interesse am Fortbestand hat, sagte ein langjähriger Mitarbeiter.

Hintergrund: Die Mitarbeiter der PUT hatten im Rahmen des Zukunftsvertrages, der inzwischen vom Betriebsrat aufgekündigt wurde (PAZ berichtete), auf rund elf Prozent Lohn verzichtet. Damit einhergehend wurde die Arbeitszeit gesenkt. Der Gesellschafter Hanse IK soll im Gegenzug zugesagt haben, Finanzmittel in Millionenhöhe bereitzustellen – unter anderem für dringend notwendige Investitionen und Reparaturen. Doch tatsächlich sei bis heute kein Geld geflossen, sagte PUT-Betriebsrats-Chef Uwe Simon.

Nächster Schritt für die IG Metall ist laut Gewerkschaftssekretär Frank Raabe-Lindemann, die Mitarbeiter der PUT dabei zu unterstützen, freiwillige Lohnverzichte zurückzufordern – und zwar vor Gericht. Insgesamt geht es um eine Summe von rund einer Million Euro. Die aktuelle Tarifrunde der IG Metall sei wichtig, da die hohen Gewinne der Arbeitgeber durch die Leistung der Arbeitnehmerseite erwirtschaftet worden seien. In der Fläche seien sechs Prozent mehr Lohn gerechtfertigt. Die IG Metall will darüber hinaus einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 28 Stunden durchsetzen.

An dem Warnstreik beteiligte sich auch eine kleine Delegation der benachbarten Peiner Träger Gesellschaft (PTG). Deren Betriebsratsvorsitzender Udo Meyer sagte zu, im Bedarfsfall Unterstützung zu geben, und erklärte sich solidarisch mit der Belegschaft der PUT. Für die Peiner Grünen richtete Peter Baumeister einige Worte an die Arbeiter und wies auf die laufende Anfrage der Abgeordneten Imke Byl und Eva Viehoff zum Fall PUT im niedersächsischen Landtag hin. Zum Abschluss der Kundgebung stellten die 22 Azubis der PUT ihre Ängste bildhaft dar: Sie hielten ein Transparent mit der Aufschrift „Unsere Zukunft geht in Rauch auf!“ in die Höhe und ließen im Hintergrund echten Rauch aufsteigen.

Strafantrag wegen Insolvenzverschleppung

Bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim ist Strafantrag wegen Insolvenzverschleppung bei der Peiner Umformtechnik (PUT) gestellt worden. Dies bestätigte Staatsanwältin Christina Pannek auf PAZ-Anfrage.

Die Ende Dezember eingegangen Unterlagen würden nun dahingehend geprüft, ob ein ausreichender Anfangsverdacht bestehe. Frühestens Ende Januar liege voraussichtlich ein Ergebnis vor, erklärte Pannek. Erst dann stehe fest, ob die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufnehme.

Der Geschäftsführer der PUT, Marc Eberle, der gleichzeitig Geschäftsführer des Gesellschafters Hanse IK ist, war gestern von der PAZ nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zur Situation hatte er Anfang Dezember erklärt: „Die Personen, die aus ihrer Sicht derzeit für den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Peiner Umformtechnik kämpfen, zerstören diese“ – da die Kunden des Unternehmens durch die öffentlichen Äußerungen verunsichert würden und in der Konsequenz auch Kunden abspringen könnten.

Von Michael Lieb

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