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PUT-Betriebsrat Simon: „Das Unternehmen wird ausverkauft“

Schraubenherstellen in Nöten PUT-Betriebsrat Simon: „Das Unternehmen wird ausverkauft“

Die Situation ist verfahren: Der Schraubenhersteller hat offenbar große Probleme, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Personalleiter und Prokurist Klaus Rohr sagt: „Die Produktion läuft aktuell nur noch auf 30 bis 40 Prozent der möglichen Leistung.“

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Blick auf das Betriebsgelände der Peiner Umformtechnik.
 

Quelle: Michael Lieb

Peine. Der Vorsitzende des Betriebsrats, Uwe Simon, erklärt: „Faktisch findet derzeit ein Ausverkauf des Unternehmens statt. Fertigwaren werden im großen Stil verkauft, aber nicht mehr nachproduziert, da Geld fehlt, um neues Rohmaterial zu kaufen. Dadurch wird letztlich Eigenkapital vernichtet und Überschuldung droht.“

Und wie geht es jetzt bei der PUT weiter? „Wir hoffen, nicht schließen zu müssen, und hoffen weiterhin auf eine Übernahme durch einen strategischen Investor beziehungsweise klugen Unternehmer, der erkennt, dass mit dem Knowhow der 260-köpfigen Belegschaft, dem Qualitätsniveau der Produkte und dem guten Kundenstamm durchaus Gewinne erzielt werden können“, sagt der Chef der Arbeitnehmervertretung.

Dass bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim Strafantrag wegen Insolvenzverschleppung bei der PUT gestellt wurde, wertet Simon als „logische Folge der Realität, die in den vergangenen Wochen öffentlich kommuniziert wurde“. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag auf Anfrage mitgeteilt hatte, war der Strafantrag, der sich gegen drei Männer richtet, bereits Ende Dezember eingegangen.

Ist das Unternehmen tatsächlich insolvent?

Unklar ist allerdings noch, ob die Staatsanwaltschaft überhaupt Ermittlungen aufnimmt. Denn das ist davon abhängig, ob sich aus dem Strafantrag ein begründeter Anfangsverdacht ergibt, hatte Staatsanwältin Christina Pannek mitgeteilt. Sie rechnet frühestens Ende Januar mit einer Entscheidung, ob und wie es in der Sache weitergeht. Ob das Unternehmen tatsächlich insolvent ist, ist vollkommen offen.

Geschäftsführer Marc Eberle, der auch Geschäftsführer der PUT-Gesellschafterin Hanse Industriekapital ist, war am Freitag weder telefonisch noch schriftlich für eine Stellungnahme zu erreichen. Bisher wurde von Unternehmensseite nur von eventuell drohender Insolvenz aufgrund der Aktivitäten Arbeitnehmervertreter gesprochen.

Noch keine neuen Erkenntnisse gibt es im Fall der angeblichen Morddrohung gegen den Generalbevollmächtigten der PUT, Hartwig Hillert. Diese soll am 7. Dezember, kurz vor einer Betriebsversammlung telefonisch bei dem Manager eingegangen sein. Hillert blieb der Versammlung daraufhin fern.

Polizei-Sprecher Matthias Pintak erklärte Freitag auf PAZ-Anfrage zum Sachstand: „Ein Täter konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Es stehen noch mehrere Zeugenvernehmungen aus.“

Von Michael Lieb

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