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Stadt Peine PAZ schaut Landtagsabgeordnetem einen Tag lang über die Schulter
Stadt Peine PAZ schaut Landtagsabgeordnetem einen Tag lang über die Schulter
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08:01 17.04.2018
Matthias Möhle steht vor dem Landtagsgebäude in Hannover in Begleitung von Schüler Jarne Stipka. Quelle: Tilman Kortenhaus
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Peine/Hannover

Leer wirkt es im Büro von Matthias Möhle in der Messestadt. Ein einsamer Laptop liegt auf dem Schreibtisch, kaum ein Zettel oder Ordner findet den Weg in den Raum des SPD-Politikers. In der Ecke steht ein gemütlicher Liegestuhl, daneben eine Gitarre im Ständer. „Ich nutze das Büro hier kaum, sondern arbeite von Peine aus. Wenn ich hier bin, dann oft nur zum Essen oder um mich vor der nächsten Veranstaltung etwas zu entspannen“, erklärt der Landtagsabgeordnete der PAZ, die ihm einen Tag lang bei seiner Arbeit über die Schulter geguckt hat.

Wie fast jeden Montag tagt der Ausschuss für Wissenschaft und Kultur, dessen Vorsitz Möhle schon seit fünf Jahren innehat. Mit der neuen Regierung ist er nun auch Teil des Kultusausschusses und versucht sich damit in beiden Bildungsbereichen für die Interessen der Peiner einzusetzen.

Die Chancen der Digitalisierung nutzen

Heute ist der 16-jährige Jarne Stipka im Rahmen des Projekts „Schülerinnen und Schüler begleiten Abgeordnete“ mit dabei. Schon länger interessiert er sich für Politik – aber wie der Alltag eines Landtagsabgeordneten aussieht, konnte sich der junge Besucher bisher nicht so richtig vorstellen.

Bevor es in die Ausschusssitzung geht, trifft sich ein Arbeitskreis der rot-schwarzen Regierung, um die heutigen Themen vorab zu besprechen. Unter anderem wird die Verbindung der Digitalisierung mit Unterrichtsgestaltung an Universitäten und Hochschulen besprochen, wofür verschiedene Experten eingeladen werden sollen.

„Die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, ist eine der Schlüsselaufgaben vor denen diese Regierung steht. Zeitnahes Handeln ist gefragt“, erklärt Möhle dem Schüler nach dem Arbeitskreis.

Hier stünde Niedersachsen im Vergleich mit den anderen Bundesländern nicht gut da. Noch zu wenige Studienplätze und Professuren im Bereich der Informatik seien ein Ansporn, hier mehr zu tun. Möhle schätzt, dass etwa 800 Plätze mehr angeboten werden sollten, weshalb sich Hochschulen mit Konzepten bewerben, um beim Ausbau dieses Bereichs unterstützt zu werden.

„Wir müssen auch berufliche Angebote schaffen“

Seit etwa vier Jahren verzeichne Niedersachsen einen Anstieg an Studenten, da das Land nun einen großen Teil der Ausbildungskosten trage – auch im Bereich der Informatik. „Die Gebühren zahlt das Land. Insgesamt sind das rund 160 Millionen Euro jährlich. Wir müssen also auch berufliche Angebote schaffen, damit diese Studenten nach dem Abschluss in Niedersachsen bleiben“, erklärt der Peiner.

Von dem Arbeitskreis gehen die elf Abgeordneten gemeinsam zur Ausschusssitzung. Dafür geht es durch den gesamten Gebäudekomplex. Am Raum angekommen, dreht die Gruppe wieder um. Eine Fehlinformation. Durch einen unterirdischen Gang wird das Gebäude gewechselt und der neue Raum gesucht. Noch habe sich hier niemand so recht an die neue Raumordnung gewöhnt, erklärt er etwas verlegen. Nachdem leicht verspätet alle Abgeordneten den Raum gefunden und ihre Plätze eingenommen haben, eröffnet Möhle die Sitzung.

Nicht nur Männer als Experten

Gemeinsam arbeiten sich die Anwesenden durch die Tagesordnung. Bei der Einladung der Experten für die kommenden Wochen, dann erste kritische Wortmeldungen. „Wir können nicht nur Männer als Experten laden“, ärgert sich Eva Viehoff, Landtagsabgeordnete der Grünen.

Dieses Ungleichgewicht sieht Möhle auch in vielen anderen Bereichen schon lange als problematisch an. „Das Verhältnis von Männern zu Frauen ist in dem Bereich der Informatik besonders extrem. Die Zukunft dieser Wissenschaft darf aber nicht nur von Männern erdacht werden“, erklärt er und stimmt Viehoff zu.

Diese Thematik sei eine Herausforderung für die Politik, bei der eine 50 zu 50 Aufteilung aber nicht unbedingt das Ziel sein müsse. „Frauen und Männer haben verschiedene Interessen, dennoch sollten wir hier Angebote schaffen, die beide Geschlechter ansprechen“, so der Landtagsabgeordnete – und dann geht es auch schon zurück nach Peine.

Von Tilman Kortenhaus

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