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Stadt Peine Obstbäume an Straßen: Verbotene Früchte oder Pflücken erlaubt?
Stadt Peine Obstbäume an Straßen: Verbotene Früchte oder Pflücken erlaubt?
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06:00 09.10.2018
Verlockend: An vielen Straßen im Kreis Peine stehen voll behängte Obstbäume. Quelle: Archiv
Kreis Peine

Theoretisch ja, bestätigt Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises Peine, auf PAZ-Anfrage. Das Aufsammeln von herabgefallenem Obst an den Kreisstraßen ist erlaubt. Auch eine Mengenbegrenzung gibt es nicht. „Allerdings muss sich jeder, der dieses Obst im öffentlichen Raum sammelt, der Gefahr durch den Straßenverkehr bewusst sein. Vom Sammler selbst darf keine Gefahr für den Verkehr ausgehen.“

Pflücken des Obstes bitte unterlassen

Vom direkten Pflücken des Obstes bittet der Landkreis allerdings abzusehen. „Das Besteigen der Bäume kann aus haftungsrechtlichen Gründen nicht gestattet werden“, erklärt Laaß. „Das Abbrechen von Ästen ist ebenfalls nicht erlaubt, da es sich dabei um Sachbeschädigung handelt.“

Wer dennoch gern die prallen Äpfel aus der Baumkrone ernten möchte, kann sich an die Kreisstraßenmeisterei wenden. „Dort gibt es die Möglichkeit, bestimmte Bäume für die Zeit der Ernte gegen eine geringe Gebühr zu pachten“, sagt Laaß. „In diesen Fällen ist dann auch das Pflücken des Obstes unproblematisch.“

Ursprung der Obst-Alleen liegt im 16. Jahrhundert

Gegen eine kleine Pachtgebühr können Bäume abgeerntet werden. Quelle: Archiv

Dass überhaupt Obstbäume an den Straßen stehen, hat einen historischen Hintergrund: Der heutige Obstbestand an den Kreisstraßen stammt größtenteils aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren. „Auch in den Achtzigerjahren wurden noch zahlreiche Obstbäume gepflanzt“, weiß Laaß. „Ursprünglich waren sie als Beitrag zur Ernährung der Bevölkerung gedacht. Später sollte der kulturhistorische Wert von Alleen erhalten werden, denn bereits zur Zeit der preußischen Könige im 16. Jahrhundert wurden derartige Alleen angelegt. Da der motorisierte Verkehr immer weiter zunimmt, ist das Pflanzen von Obstbäumen inzwischen aber nur noch in Ausnahmefällen zu vertreten.“

Obstbaum-Karte im Internet

Apfel, Birne, Pflaume – für alle, die gern mal wieder frisches Obst selbst ernten möchten, aber keine eigenen Bäume besitzen, gibt es eine entsprechende Internet-Plattform: „Mundraub“ ist passenderweise der Name der Website, die seit dem Herbst 2009 online ist.

Dort engagieren sich zehntausend Menschen sowohl online als auch im realen Leben, um Fundorte miteinander zu teilen, gemeinsame Pflanz- und Ernteaktionen durchzuführen oder sich in regionalen Gruppen auszutauschen.

Auf mundraub.org können Nutzer auf einer Karte eintragen, wo im öffentlichen Raum Obstbäume und -sträucher stehen, wo man Nüsse einsammeln kann und wo Kräuter wachsen. Auf einer virtuellen Karte sind deutschlandweit mehr als 51 000 Fundorte eingetragen – im Landkreis Peine allerdings sind viele Obstbäume noch unentdeckt.

Ziel der Betreiber-Organisation Mundraub ist es, die Menschen dazu zu motivieren, die Ressourcen vor ihrer eigenen Haustür wahrzunehmen. Weiterer positiver Begleiteffekt: Früchte von Bäumen, die niemandem gehören, werden genutzt und verrotten nicht am Wegesrand.

Von Janine Kluge

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