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Stadt Peine Nutria verirrte sich in Peiner Innenstadt
Stadt Peine Nutria verirrte sich in Peiner Innenstadt
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22:45 17.04.2018
Die Nutria kauerte im Eingangsbereich eines Geschäfts. Quelle: Thomas Freiberg
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Peine

Als die Polizisten am historischen Marktplatz eintrafen, kauerte das Tier im Eingangsbereich eines Geschäfts. Vorsichtshalber hatten die Beamten erst einmal Abstand gehalten. „Das ist ja kein ganz kleines Tier und daher erst einmal ungewöhnlich“, erklärte Peter Rathai von der Peiner Polizeidienststelle.

Biberratten sind bis zu 65 Zentimeter lang und wiegen bis zu zehn Kilogramm. Der hinzugerufene Tierarzt betäubte die Nutria zunächst, stellte dann bei einer Untersuchung schwerste Verletzungen fest, so dass sie eingeschläfert werden musste.

Ein Anwohner hatte die Polizei am Dienstag um 6.45 Uhr verständigt. Wie sich das Tier verletzt hatte und woher es kam, konnte nicht festgestellt werden, so Rathai. Hunde, Katzen oder auch entlaufene Pferde hätten in der Vergangenheit durchaus schon einmal für Polizeieinsätze gesorgt, Nutrias seien hingegen neu.

Nutrias sind nicht angriffslustig

Doch sind die Biberratten eine Gefahr für den Menschen? Nein, sagt der Kreisjägermeister des Landkreises Peine, Hans Werner Hauer. Die Tiere seien weder angriffslustig noch breiteten sie sich in den Städten aus. „Nutrias brauchen Wasser“, sagt Hauer.

Ihr natürlicher Lebensraum seien Sümpfe, Seen, Teiche, Flüsse und Bäche. An Letzteren könnten sie allerdings auch im Kreis Peine große Schäden anrichten, da sie Böschungen und Uferbereiche massiv unterhöhlen, um dort ihre Baue anzulegen. Immer wieder gebe es Fälle, in denen in der Folge Wege an Gräben oder Bächen eingestürzt seien.

Nutrias sind auch im Peiner Land auf dem Vormarsch. Quelle: Archiv

Hauer geht davon aus, dass sich das Tier in Peine tatsächlich verirrt hatte und es möglicherweise durch einen Abwasserkanal von der nahe gelegenen Fuhse in die Innenstadt gelangt ist. Erst kürzlich hatte die Peiner Jägerschaft bekannt gegeben, dass sich Nutrias (und Waschbären) im Landkreis Peine stark vermehrt haben.

Nutrias im Fadenkreuz der Jäger

Nutria sind auch im Peiner Land auf dem Vormarsch: Das geht aus dem erst kürzlich vorgestellten Jagdbericht hervor. Demnach kamen 2016/2017 im Kreisgebiet 225 Biberratten zur Strecke – in der Saison zuvor waren es lediglich 31 Tiere gewesen.

Axel Rühmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, erklärte: „Wir verzeichnen ständig wachsende Zahlen der gebietsfremden invasiven Arten wie Nutria.“ Biberratten als fast reine Pflanzenfresser seien Nahrungskonkurrenten für andere Tiere und beeinträchtigten somit die Vegetation.

Die rasante Zunahme der Nutrias, deren Weibchen bis zu drei Würfe im Jahr haben kann, gilt längst nicht mehr allein als Gefahr für den Küstenschutz. Ihre Grab- und Wühltätigkeit an Flüssen sowie Fraßschäden an Feldrändern bereite auch im Peiner Land zunehmend Probleme, so Rühmann.

Die Europäische Union hat Nutrias seit 2016 auf eine Liste mit insgesamt 37 invasiven Tier- und Pflanzenarten gesetzt, deren Ausbreitung in Europa bekämpft werden soll. „Nutrias dürfen ganzjährig in Niedersachsen bejagt werden, Alttiere haben Schonzeiten“, erklärt Rühmann.

Nutrias sind aus Südamerika stammende Nagetiere, die in Wassernähe leben und sich in vielen Regionen enorm ausgebreitet haben. Vom Aussehen ähneln sie Bibern. Auffällig ist die bei erwachsenen Tieren orange Färbung der Nagezähne.

Der Nutria-Bestand in Europa ist unter anderem auf aus Pelztierfarmen entflohene Tiere wie auch bewusste Auswilderungen zurückzuführen. Die Haltung in Europa begann etwa 1890 in Frankreich, erste Farmen in Deutschland bestanden seit 1926.

Von Michael Lieb

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