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Stadt Peine Nach Pfefferspray-Attacke: Muss Peiner in eine geschlossene Klinik?
Stadt Peine Nach Pfefferspray-Attacke: Muss Peiner in eine geschlossene Klinik?
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20:01 18.04.2018
Der Angeklagte mit Anwältin Adriane Ziolka-Gade während der Verhandlung vor dem Landgericht. Quelle: Wiebke Barth
Peine/Hildesheim

Er höre Stimmen im Kopf, die ihn bedrängten, erzählte der 28-Jährige während der Verhandlung. Manchmal habe er selbst den Kopf an die Wand geschlagen, um die Stimmen zum Verstummen zu bringen. Er glaubte, Feuer komme aus seiner Nase. Die „Geistigkeit“ nennt der Mann diese Erscheinungen. Er hatte seine Familie in Verdacht, diese Geister auf ihn zu hetzen.

Die Angst davor brachte ihn schließlich dazu, während eines Besuchs bei seiner Schwester mit Pfefferspray herumzusprühen. Seine Schwester und eine Bekannte litten danach vorübergehend unter Hautreizungen, Husten und tränenden Augen.

Die Verwandten haben ihm längst verziehen. Dennoch geht es für den 28-Jährigen derzeit vor dem Landgericht um die Frage, ob er in Freiheit bleiben kann.

Wegen seiner schizophrenen Erkrankung ist er in einer Klinik untergebracht. Die Strafkammer muss nun beurteilen, ob von ihm in Zukunft eine Gefahr ausgeht und er langfristig in einer geschlossenen Klinik untergebracht werden sollte.

Am ersten Verhandlungstag ging es daher nicht nur um den Tathergang, sondern um die Vorgeschichte und die Frage, wie die Zukunft des Angeklagten aussehen könnte. Aufgewachsen mit vier Geschwistern, hatte der Angeklagte schon in der Schule Schwierigkeiten.

Er hat keinen Abschluss und keine Ausbildung. In seiner Jugend geriet er mehrmals in Schlägereien, kassierte Vorstrafen wegen Körperverletzung. Ob das jugendlicher Unreife oder schon der Krankheit zuzuschreiben sei, lasse sich nicht sicher sagen, erklärte der psychiatrische Gutachter Johannes Pallenberg.

Das Verhalten habe sich seit 2015 besorgniserregend geändert, erklärte die Schwester. Nach Klinikaufenthalten ging es besser, doch ihr Bruder nahm die Medikamente nicht weiter ein. Nach dem Pfefferspray-Angriff habe sie ihn angezeigt, weil sie Hilfe für ihn wünsche, nicht Strafe: „Ich habe keine Angst vor ihm. Ich liebe ihn über alles.“

Der Angeklagte habe sich in der Klinik dank der Medikamente nach wenigen Wochen kooperativ verhalten, sagte die behandelnde Ärztin Dr. Bettina Lorenzo. Ebenso wie der Gutachter betonte sie die Notwendigkeit, die Einnahme der Mittel in Freiheit zu kontrollieren. In ein Heim gehöre der Mann ihrer Ansicht nach aber noch nicht.

Die Verhandlung wird am 23. April fortgesetzt.

Von Wiebke Barth

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